Aktivitäten und News der DGAB

Kryoprotektiva und Refraktometer für die Kryonik

Einführung

Zur Qualitätssicherung der Kryokonservierung unterstützt die DGAB den Aufbau von mehreren lokalen Zentren in Deutschland, in denen die Kryokonservierung in Zukunft nach aktuellen wissenschaftlichen Standards angeboten wird. Die Kryoprotektiva, insbesondere das VM-1, wurden der DGAB direkt vom Cryonics Institute geliefert. Die 14 gelieferten Kanister entsprechen 140 Litern VM-1, welches in jedem Fall für zwei Kryokonservierungen ausreichend ist.

Der Abschluss der erfolgreichen Perfusion wird in der Kryonik üblicherweise mit einem Refraktometer bestimmt, welches den Brechungsindex der bei der Perfusion austretenden Flüssigkeit misst. Hat diese denselben Brechungsindex wie das eingeleitete VM-1, so gilt die Perfusion als abgeschlossen. Die DGAB hat für diesen Zweck zwei baugleiche Refraktometer Typ DR201-95 des deutschen Traditionsherstellers A.KRÜSS Optronic GmbH angeschafft. Das DR201-95 wurde speziell für die schnelle und einfache Qualitäts- und Prozesskontrolle entwickelt.

Das vorliegende Experiment sollte zwei Fragen beantworten:

  1. Wie stark weichen die Messergebnisse der einzelnen Refraktometer voneinander ab?
  2. Wie stark weichen die Messergebnisse des VM-1 aus den 14 Kanistern voneinander ab?

Methoden

Kryonik

Abb. 1: Material 2 Refraktometer vom Typ Krüss DR201-95, 15 steril verpackte Einwegspritzen

Zunächst wurden beide Refraktometer mit destilliertem Wasser nach Anleitung kalibriert. Zu Vergleichszwecken wurde auch der Brechungsindex des destillierten Wassers gemessen. Anschließend wurde mit einer steril verpackten Einwegspritze ein wenig VM-1 aus einem Kanister entnommen (<1 ml). Das VM-1 wurde mit beiden Refraktometern gemessen, anschließend wurden beide Refraktometer gründlich gesäubert und trocken gewischt. Für jeden der 14 VM-1 Kanister wurde eine neue Einwegspritze als Pipette verwendet, um jegliche Kontamination zu vermeiden.

Resultate

Kryokonservierung

Abb. 2: Messung des Brechungsindex von VM-1 mit beiden Refraktometern

Die maximale Abweichung zwischen den beiden Refraktometern lag bei 0,008, im Mittel unterschieden sich die Messwerte um 0,0003.

Der niedrigste gemessene Wert lag bei 1,4207 (Refraktometer 1) bzw. 1,4204 (Refraktometer 2), der jeweils höchste gemessene Wert war 1,4237 respektive 1,4234. Die Durchschnittswerte über die Messungen aller 14 Kanister lagen bei 1,4219 mit Refraktometer 1 bzw. 1,4218 mit Refraktometer 2.

Die vollständige Ergebnistabelle findet sich im Anhang unter diesem Beitrag.

Diskussion

Alle 14 Kanister VM-1 wurden bei jeder Messung und mit jeweils beiden Refraktometern mit dem vom Cryonics Institute vorgegebenen Zielwert von 1,42 gemessen. Die Abweichungen zwischen den einzelnen Kanistern sowie die Abweichungen bei Messungen mit verschiedenen Refraktometern des gleichen Typs waren minimal und vernachlässigbar. Die DGAB hat somit eine sichere und anwendbare Methode entwickelt, um die Perfusion mit Kryoprotektiva in der Kryonik wissenschaftlich zu überwachen.

Anhang

Anhang 1: Vollständige Tabelle der Messergebnisse für destilliertes Wasser und alle 14 Kanister VM-1 mit beiden Refraktometern

Flüssigkeit Refraktometer 1 Refraktometer 2
destilliertes Wasser 1,3326 1,3326
VM-1 Kanister 1 1,4212 1,4213
VM-1 Kanister 2 1,4220 1,4219
VM-1 Kanister 3 1,4237 1,4234
VM-1 Kanister 4 1,4216 1,4215
VM-1 Kanister 5 1,4220 1,4221
VM-1 Kanister 6 1,4207 1,4204
VM-1 Kanister 7 1,4221 1,4216
VM-1 Kanister 8 1,4224 1,4220
VM-1 Kanister 9 1,4219 1,4221
VM-1 Kanister 10 1,4222 1,4217
VM-1 Kanister 11 1,4218 1,4223
VM-1 Kanister 12 1,4216 1,4212
VM-1 Kanister 13 1,4214 1,4222
VM-1 Kanister 14 1,4216 1,4216

Warum ich mit 29 Jahren einen Kryonikvertrag abschloss

Als Vorstandsvorsitzender der DGAB spreche ich viel über Kryonik – mit Freunden, mit Verwandten, mit Interessenten, die die DGAB zu diesem Thema kontaktieren. Immer wieder sind Menschen dabei, die die Logik hinter dem Verfahren verstehen, nämlich dass sämtliche Zersetzungsprozesse durch extreme Kälte gestoppt werden, in der Hoffnung, dass zukünftige Medizin an diesem Punkt einsetzen und eine erfolgreiche Wiederbelebung praktizieren kann. Aufgrund meines Biologiestudiums sind mir die zugrunde liegenden naturwissenschaftlichen Zusammenhänge klar, und ich erläutere sie auch immer wieder.  Was ich aber dann oft erlebe ist die Empfindung, man könne sich ja im Rentenalter mal mit dem Thema beschäftigen, weil man sich im Moment noch „zu jung dafür“ fühle. So ging es mir auch viele Jahre – warum sollte ich mich auch um etwas kümmern, was noch viele Jahre in der Zukunft lag?

Trotzdem habe ich mit 29 Jahren dann einen Kryonikvertrag abgeschlossen. Ich hatte einen Fallreport von einem Kryonikpatienten gelesen, der zum 86. Patienten des Cryonics Institute wurde. Zu diesem Zeitpunkt war der junge Mann 27 Jahre alt, und hatte aufgrund seines Studiums der Nanotechnologie eine vielversprechende Zukunft vor sich – bis ihn die Diagnose akute myeloische Leukämie wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf. Der Fallreport dokumentiert die Verzweiflung eines schwer erkrankten jungen Mannes, der die nötigen Vorbereitungen für die Kryonik aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr vornehmen konnte, und nur dank der massiven Unterstützung von verständnisvollen Familienmitgliedern kryonisch versorgt werden konnte. Binnen gerade einmal 8 Monaten führte die Krankheit zum Tod, der junge Mann wurde dann erfolgreich beim Cryonics Institute kryokonserviert.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich viel nachgedacht: was würde mir passieren, wenn ich eine ähnliche Diagnose bekäme? Wer in meinem Umfeld könnte sich dafür einsetzen, dass ich kryonisch versorgt werde? Wem würde ich das aufbürden? Damals war ich mitten im Studium und quasi mittellos, bekam den BAFöG-Höchstsatz – wie hätte ich Kryonik bezahlen können? Nach kurzer Recherche habe ich dann noch vor meinem 29. Geburtstag eine Risikolebensversicherung zugunsten des Cryonics Institute abgeschlossen und die wichtigsten Formalitäten geregelt. Ich habe seitdem das gute Gefühl, dass alles vorbereitet wäre und meine Liebsten sich zumindest mit den bürokratischen Hürden nicht weiter herumschlagen müssen. Der finanzielle Aspekt ist ebenfalls geregelt und kostet mich derzeit weniger als ein Kinobesuch: 10,67 Euro monatlich.

Nur wenige wählen diesen Weg, was für mich völlig unverständlich ist. Ständig gibt es Nachrichten, die mich nachdenklich machen. Innerhalb weniger Tage sind im Juli zwei Moderatorinnen gestorben: Jana Thiel mit 44 Jahren, Miriam Pielhau mit sogar nur 41 Jahren. Das ist näher an meinem jetzigen Alter als der Nanotechnologie-Student, wäre mir aber immer noch viel zu früh – zumal fast schon absehbar ist, dass Krankheiten wie Leukämie in Zukunft heilbar sein werden. Ich möchte im Falle einer solchen Krankheit eine reale zweite Chance bekommen, ein vollständiges und erfülltes Leben zu führen. Denken andere Mensch nicht so? Warum nicht? Ist es die Abneigung, sich pro-aktiv mit der eigenen Vergänglichkeit zu beschäftigen? Oder fehlt es an Informationen und Anleitungen? Letzteres nehmen wir seitens der DGAB gerade in Angriff – ich lade den Leser dieses Beitrags zu einer kostenlosen Basismitgliedschaft in der DGAB ein, um sich näher zu informieren.

Zu diesem Thema möchte ich Dir auch noch eine Denkaufgabe stellen, welche ich aus einem der besten englischen Kryonik-Artikel genommen habe, die ich kenne. Stelle Dir folgendes Szenario vor:

Es gab eine Explosion im Maschinenraum, dieses Flugzeug wird in 15 Minuten auf der Erde zerschellen. Es gibt keine Hoffnung den Absturz zu überleben. Allerdings gibt es einen potenziellen Ausweg: Das Flugzeug transportiert eine Ladung Fallschirme und jeder, der einen benutzen möchte, um aus dem Flugzeug zu fliehen, kann dies tun. Aber ich muss Sie warnen: Die Fallschirme sind Prototypen und wurden nie getestet. Es gibt keine Garantie, dass sie funktionieren.  Auch wissen wir nicht, welches Terrain sich unter uns befindet. Bitte stellen Sie sich im Gang an, wenn Sie einen Fallschirm haben möchten und die Stewardess reicht Ihnen einen, zeigt Ihnen wie er funktioniert und geleitet Sie zum Notausgang, wo Sie springen können. Diejenigen, die diese Option nicht wählen, bleiben bitte auf Ihren Plätzen sitzen – es wird schnell vorbei sein und Sie werden keine Schmerzen spüren.

Was würdest Du tun?

Kryonik – Die 10 verbreitetsten Mythen

10mythen

Übersetzung aus dem Englischen von Dennis Mühlfort für die DGAB, mit freundlicher Genehmigung des Cryonics Institute (CI). Alle hier vertretenen Ansichten stimmen nicht zwangsläufig mit denen der DGAB überein. In erster Linie soll dieser Text dem deutschsprachigen Leser eine Hilfestellung geben, sich über Themen der Kryonik besser zu informieren.

Verbreitete Kryonik-Mythen
In den späten 1960er-Jahren gelangte das Konzept der Kryonik erstmalig in den öffentlichen Diskurs. Seitdem hat die Kryonik eine Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Leider beruhte ein Großteil der Berichterstattung auf falschen Wahrnehmungen und Aussagen von „Experten“, die keinerlei Basiswissen im diesem Bereich aufwiesen.

1. Kryonik friert Menschen ein

Die gegenwärtig bevorzugte Technologie von Kryonikern ist die Vitrifikation, nicht das Einfrieren. Vitrifikation ist ein Prozess, bei dem mehr als 60% des Wassers in den Zellen durch eine zellschützende Chemikalie ersetzt wird. Diese verhindert gänzlich Gefriervorgänge im Körper während der Körperabkühlung. Da der Körper langsam und beständig abgekühlt wird anstatt direkt tiefgefroren, bewegen sich die Moleküle sukzessive langsamer, bis alle chemischen Vorgänge bei der Glasübergangstemperatur zum Erliegen kommen (bei etwa – 124°C). Im Gegensatz zum Einfrieren gibt es keine Eisbildung oder Schäden im vitrifizierten Gewebe, die durch Eiskristallbildung verursacht werden würden. Blutgefäße wurden bereits aus der Vitrifikation wieder in ihren Ursprungszustand zurückgeführt. Zudem wurde eine Niere erfolgreich transplantiert, die unbeschadet die Vitrifikation bei ca. -135°C überstand.

2. Kryonik konserviert tote Menschen

Der Zweck von Kryonik ist es, das Leben lebender Menschen zu retten, nicht Tote einzulagern. Der kryonische Ablauf beginnt, nachdem der gesetzliche Tod festgestellt wurde. Doch der biologische Tod des Gehirns und des Körpers ist ein Vorgang, der nach dem Herzstillstand beginnt. In Zeiten der Intensivpflege jedoch ist der Tod mehr ein Prozess als ein plötzlich eintretendes Ereignis. Eine Vorhersage des einsetzenden Todes kann nicht als Diagnose dienen.

Der Zweck der Kryonik ist es, den Sterbeprozess schnell genug zu unterbrechen und zu stoppen, sodass er in der Zukunft wieder reversibel ist. Unterstützer der Kryonik denken, dass niemand wirklich tot ist bis der Informationsgehalt im Gehirn erloschen ist und dass niedrige Temperaturen diesen Verlust verhindern können.

3. Experten sagen, dass Kryonik nicht funktionieren kann

Tatsächlich verfügen nur sehr wenige Menschen über ausreichend Expertise, die Kryonik wirklich beurteilen zu können. Beispielsweise wissen nur wenige Wissenschaftler, was Vitrifikation überhaupt ist. Noch weniger wissen, dass Vitrifikation die Zellstruktur ganzer Organe oder Gehirne erhalten kann. Der ganz normale Hausarzt weiß gewiss wenig bis nichts über die wissenschaftlichen Grundlagen der Kryonik. Und sogenannte „Experten“ können die zukünftigen technologischen Fortschritte auch nicht besser vorhersagen. Führende  „Experten“ ihrer Zeit sagten voraus, dass keine Objekte, die schwerer als Luft sind, fliegen können werden. Auch der weitverbreitete Gebrauch von Computern wurde als unrealistisch abgetan.

Die Situation ist vergleichbar mit der Entwicklung der Raumfahrt vor dem 2. Weltkrieg. In jener Zeit beharrten die Luftfahrt-Experten hartnäckig darauf, dass Raumfahrt unmöglich sei. Nur Robert Goddard und ein paar deutsche Raketenwissenschaftler wussten, dass mehrstufige Raketen der Erdgravitation entkommen können. Wie so oft können am besten diejenigen die Entwicklung eines Themenbereiches abgeben, in dem sie selbst Experten sind. Und nie hat ein tatsächlich qualifizierter Experte je gesagt, dass Kryonik nicht funktionieren kann.

4. In der Kryonik werden Köpfe präserviert

CI hat kein Interesse daran, Köpfe zu präservieren. CI präserviert Menschen. CI denkt, dass so viele Informationen bzw. soviel vom Patienten wie möglich erhalten bleiben sollen. Auch wenn CI keine Präservierung des Kopfes allein anbietet, bietet es die attraktivsten Preise in der Kryonik. Denn unsere Ganzkörper-Präservierung kostet bedeutend weniger als die ausschließliche Präservierung des Kopfes anderer Unternehmen oder Institue in diesem Bereich.

5. Ehrenwerte Wissenschaftler und Ärzte unterstützen die Kryonik nicht

Mehr als 60 Wissenschaftler und Ethiker haben einen offenen Brief eines Wissenschaftlers unterschrieben, der die wissenschaftlichen Grundlagen der Kryonik bestätigt. CI hat zudem angesehene Wissenschaftler und Ärzte als Mitglieder sowie wissenschaftliche und medizinische Beiräte. Dazu gehören auch Mitglieder, die bereits vor dem U.S.-Kongress ausgesagt haben (kein Kryonikbezug). Ebenso gehört ein Mitglied der U.S. National Academy of Science zu CI.  Bei Zeugenaussagen vor Gericht haben Wissenschaftler Erklärungen abgegeben, in denen sie sich für die  Kryonik aussprachen.

Die meisten Kryobiologen sprechen sich allerdings nicht öffentlich für die Kryonik aus. Teilweise ist dem so, weil aufsehenerregende Veröffentlichungen rund um die Kryonik dazu tendieren, Errungenschaften der Kryobiologie hinsichtlich medialer Aufmerksamkeit den Rang abzulaufen. Dazu gehören Bereiche wie Reproduktionsbiologie, Konservierung von Organen und Krebsbehandlung.  Andererseits übersehen Kryobiologen Daten und Argumente, die für die Kryonik sprechen. Die Geschichte der Politisierung von Kryonik unter Kryobiologen wurde dokumentiert in dem Artikel „COLD WAR: The Conflict Between Cryonicists and Cryobiologists“.

Die derzeit bevorzugte Technologie ist übrigens die Vitrifikation, nicht das Einfrieren. Die Vitrifikation ist ein Prozess, bei dem mehr als 60% des Wassers in den Zellen durch eine schützende chemische Lösung ersetzt wird. Dies verhindert das Gefrieren während des Abkühlens. So wird erreicht, dass Moleküle sich sukzessive langsamer bewegen bis jegliche chemische Aktivität aufhört, sobald die Glasübergangstemperatur (-124°C) erreicht ist. Im Gegensatz zum Einfrieren entstehen keine Gewebeschäden durch Eiskristalle im vitrifiziertem Gewebe. Blutgefäße wurden bereits wieder aus dem Status der Vitrifikation zurückgeführt und auch eine komplette Niere wurde wieder hergestellt und erfolgreich transplantiert. Die Langzeitlebensdauer der Niere wurde erreicht durch die Vitrifizierung bei -135°C.

6. Kryonik und Religion beißen sich

Das Ziel der Kryonik ist das Überwinden ernstzunehmender Krankheiten durch das Erhalten und Beschützen von Leben. Aus diesem Grund ist die Kryonik auf einer Linie mit den lebensbejahenden Prinzipien der Medizin, aber auch der Religion. Opfer von Unterkühlung wurden nach mehr als einer Stunde ohne Atmung, Herzschlag oder Hirnaktivität wiederbelebt. Künstliche Hypothermie wird manchmal benutzt, um Patienten für längere Zeiträume während einer Operation am Gehirn “ abzuschalten“, wenn der Herzschlag gestoppt werden muss. Menschliche Embryonen werden regelmäßig kryopräserviert und wiederbelebt. Sollte Kryonik funktionieren, dann funktioniert sie, weil dahinter der grundlegend gleiche Mechanismus steckt wie bei anderen Formen des Kälteschalfs, die man bereits in der Medizin kennt. Diese Zustände werden in den meisten modernen Religionen akzeptiert. Patienten in diesem Zustand werden als Komaptienten gesehen, nicht als Tote.

Kryonik-Patienten sind theoretisch dasselbe wie ein Patient in einem Krankenhaus, der nicht bei Bewusstsein ist und deren Krankheitsverlauf ungewiss ist. Bewegende Essays aus der katholischen und protestantischen Sicht sprechen sich für den Wert der Kryonik aus, auch unter moralischen Gesichtspunkten. Mitglieder diverser Ausprägungen des Christentums und weitere Religionsanhänger sind bereits Mitglieder des Cryonics Institute geworden. Für weitere Informationen lesen Sie bitte „Christianity and Cryonics“ sowie weitere Artikel über Religion und Kryonik. CI begrüßt Texte aller Religionen, die sich für die lebensbejahende Eigenschaft der Kryonik aussprechen.

7. Kryonik speist sich aus einer irrationalen Angst vor dem Tod

Zynisch gefragt: Wenn ein starker Wille zum Leben als ein Ausdruck von Feigheit gesehen wird, warum sollte man überhaupt schwerwiegende Krankheiten behandeln?
Interessanterweise waren beide Kryonikgründer, Robert Ettinger und Jerry Leaf, Veteranen im militärischen Kampf. Ein rationales Verlangen weiterzuleben ist nicht dasselbe wie eine irrationale Angst vor dem Tod. Um es mit den Worten des Biologen Peter Medawar zu sagen: „Es gibt keinen tiefer sitzenden biologischen Instinkt als das Festhalten am Leben. Im Kampf um das Leben liegt sowohl mehr Würde als auch mehr  Menschlichkeit als im passiven Loslassen unserer hart erarbeiteten und tief geschätzten Besitztümer.“

8. Kryonik ist nur etwas für Reiche

Gute Nachrichten: Das stimmt so nicht. Beim Cryonics Institue (CI) zum Beispiel kostet die Kryokonservierung (inklusive Vitrifikations-Perfusion und Langzeit-Lagerung) 28.000$ (ca. 24.500€). Dies ist eine einmalige Gebühr, die zum Zeitpunkt des (hoffentlich nur vorzeitigen) Todes eintritt. Auch wenn diese Gebühr bar bezahlt werden kann, wird dies oft anhand einer Lebensversicherung abgedeckt, die den Betrag zum Todeszeitpunkt an CI überweist. Das Kryonik-Standby-Team, das sich um das Herunterkühlen und die kardiopulmonale Anwendung bei Feststellung des Todes kümmert, kann u.U. durch eine bestimmte Art der Lebensversicherung abgedeckt werden.

– HINWEIS der DGAB: Wenn Sie mehr über die Möglichkeiten der Kostendeckung in Deutschland erfahren möchten, kontaktieren Sie uns gerne.

9. In der Kryonik bekommst du, was du bezahlst

Preise variieren deutlich. CI hat bei Weitem die angemessensten Preise aller Kryonik-Organisationen. Unser Verfahren ist sehr kostenbewusst, basieren aber auf Experimenten und professioneller Evaluierung. Unserer Meinung nach bietet es zudem die bestmögliche Chance auf Wiederbelebung.
Wir denken, dass zukünftige Mitglieder sich umschauen sollten. Preise anderer Organisationen können bis zu 200.000 $ oder mehr für Ganzkörper-Konservierung betragen und 80.000 $ für die „Neuro“ (nur der Kopf)-Option, die wir als unnötig und kostenintensiver als CI´s Ganzkörper-Konservierung erachten.
Hier finden Sie die Vorteile von CI im Vergleich zu anderen Kryonik-Organisationen.

10. Kryonik ist Betrug oder Abzocke

CI ist ein  Non-Profit-Institut, sodass öffentliche Einsicht in die Buchführung möglich ist. Einige Mitarbeiter engagieren sich ohne Entgelt. Es wird kein Geld mit Kryonik verdient – dies hat CI auch nicht vor. Im Vordergrund steht der Wunsch, die Chancen für die Wiederbelegungen von geliebten Menschen und sich selbst zu erhöhen.

Die Mission von CI ist es, die Patienten ungebrenzt lang im Kälteschlaf verweilen zu lassen, bis die Wissenschaft einen Weg gefunden hat, sie wiederzubeleben. Die Mission ist nicht das Anhäufen von Geld. Unsere Mitglieder und Patienten (inklusive Robert Ettinger, dem Vater der Kryonik sowie Familienangehörige von ihm) glauben, dass dies gelingen kann und die Chance auf ein zweites Leben besteht. Gleichwohl bietet die Wissenschaft derzeit diese Möglichkeit nicht, weshalb es zu Anschuldigungen kommt, dass Kryonik nur Abzocke und Betrug ist. Andererseits profitiert niemand von CI vom CI-Institut oder den Beiträgen der Mitglieder. Wir haben lediglich zwei Vollzeit-Angestellte. Die weiteren Direktoren und das Management leisten Ihre professionelle Arbeit auf strikt freiwilliger Basis. Das zur Verügung stehende Geld wird genutzt, um alle Abläufe und die Lagerung unserer Patienten kontinuierlich aufrecht zu erhalten, bis sie erfolgreich zurückgeholt werden können. Ein Großteil des Geldes wird für flüssigen Stickstoff ausgegeben, der regelmäß nachgefüllt werden muss. Zusätzlich minimieren wir unsere Ausgaben auf das Nötigste , um unserern Mitgliedern eine Kryostase zum bestmöglichen Preis anbieten zu können und alle notwendigen Leistungen so lange wie möglich aufrecht erhalten zu können…bis eine Wiederbelebung möglich sein wird.

Was die Wiederbelebung angeht wissen unsere Mitglieder und Patienten, dass es keine absolute Garantie oder eindeutigen Beweis für den Erfolg gibt – bisher. Aber dies ist, worauf wir alle zählen – nämlich dass die Wissenschaft letztendlich die Wiederbelebung ermöglicht und wir alle eine zweite Chance in unserem Leben erhalten.

Ruf der Unsterblichkeit

Heute 23:30 Uhr unbedingt im SWR anschauen: Unsterblich sein, ewig leben – ein alter Menschheitstraum. Der Film »Ruf der Unsterblichkeit« von Andreas Schnögl stellt Menschen vor, für die der Tod keine Option ist.

Unter anderem mit unserem Ehrenvorstand Professor Klaus Sames! Die Dokumentation wirkt äußerst vielversprechend und in gewisser Weise „anders“ als die üblichen Reportagen über Kryonik. Einen Vorgeschmack gibt der Trailer

Kryonik-Meetup in Essen

Am 22.06. fand das zweite lokale Kryonik-Treffen in Essen, NRW statt. Neben DGAB-Vereinsmitgliedern (u.a. aus dem Vorstand) fanden auch einige Neuinteressenten den Weg ins Unperfekthaus, die weite Strecken auf sich genommen haben, um all ihre Fragen loszuwerden.

Wie sieht der komplette Ablauf von Erstversorgung bis hin zur Überstellung in ein Kryonikinstitut aus?

Was muss beachtet werden?

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Wie viele Menschen sind bereits kryokonserviert?

Gibt es Schätzungen, wann ich als Patient wieder reanimiert werden kann?

Was genau leistet die DGAB eigentlich?

…etc..

Neben ausführlichen Antworten war es den Besuchern, die zum ersten Mal einem Kryoniktreffen beiwohnten auch wichtig, Menschen persönlich kennenzulernen, die sich intensiv mit Kryonik beschäftigen. Also:

Falls Euch oben genannte Fragen auch bewegen oder auch Fragen bestehen, die tiefer ins Detail gehen, schreibt uns einfach. Oder kommt doch beim kommenden Kryonik-Meetup einfach mal vorbei. Wir freuen uns auf Euch!

An dieser Stelle nochmal ein herzliches „Danke“ an alle für den gestrigen Abend und die spannenden Gespräche!

Ankündigung: Kryonik-Treffen in Essen

Am Montag, dem 22.06.2015, findet ein Kryonik-Treffen im Unperfekthaus in Essen statt. Start: 18 Uhr. Jeder ist herzlich willkommen, der sich über die aktuellen Tätigkeiten der DGAB informieren möchte. Auch Neuninteressenten, die sich im Allgemeinen über das Thema Kryonik informieren möchten, sind herzlich eingeladen, vorbeizuschauen und Fragen zu stellen.

Es wäre nett, wenn ihr Euer Kommen kurz per Nachricht an uns kommuniziert. Vielen Dank!

Mehr Infos.

Max More beim DGAB-Symposium

Selbst Max More aus Arizona, President & Chief Executive Officer von Alcor, hat es sich nicht nehmen lassen, Teil unseres Symposiums im Oktober 2014 zu sein. In welchem Bereich könnte es wichtiger sein, eine beständige und solide Organisation zu haben als in der Kryonik? Das ist Max More natürlich mehr als bewusst. Wie man trotz dieser großen Aufgabe Erfolg haben kann, erfahrt ihr in unserem Video (Teil 1 von 2 Teilen).

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