Neuigkeiten und Berichte zu KrioRus

Futuremag über KrioRus

KrioRus ist ein in Russland beheimatetes Kryonik-Unternehmen. Der Mitbegründer, Danila Medwedew, stand im Rahmen einer Leserbefragung des FutureMag Rede und Antwort auf gängige Fragen rund zum Thema Kryonik.

Zu den spannenden Fragen gehörten unter anderem:

  • Wie wirkt sich die Kryokonservierung auf die biologischen Prozesse im Menschen aus?
  • Wie lange kann die Kryokonservierung andauern?
  • Ist Kryonik ausschließlich für Menschen gedacht?
  • Wie sieht es mit den Rechten der kryokonservierten Personen aus?

Deutsche Kryoniker zu Besuch bei Kriorus in Moskau

Seit vielen Jahren setzt sich der Medizinprofessor Dr. med. Klaus Sames aktiv für die Kryonik ein. Er ist Mitbegründer und Ehrenvorstand der DGAB und hat die Kryonik in diesem Rahmen in Deutschland auf einem seriösen Niveau etabliert. Gleichzeitig ist er permanenter wissenschaftlicher Berater des Cryonics Institute in den USA. Im Herbst diesen Jahres hat er sich nun dank einer großzügigen Spende eines DGAB-Mitglieds selbst auch ein Bild von der Situation bei Kriorus in Moskau machen können.

Seit 2003 läuft der Betrieb bei Kriorus ohne Unterbrechungen, inzwischen sind dort 25 Kryoniker eingelagert. Ein Großteil der Patienten kommt aus der Russischen Föderation, aber es sind auch ausländische Kunden in Moskau kryokonserviert, beispielsweise aus den Niederlanden, Israel oder Estland. Kriorus bietet alle kryonischen Dienstleistungen an, von der menschlichen Ganzkörper-Kryokonservierung bis zur Neurokryokonservierung (bei der nur der Kopf kryonisch behandelt und gelagert wird), von der Kryokonservierung von Haustieren bis zur langfristigen Verwahrung von DNA-Proben. Die menschliche Kryokonservierung wird derzeit für USD 36.000 (Ganzkörper) bzw. USD 12.000 (Neuro) angeboten.

Während das Kontaktbüro im Herzen Moskaus liegt, befinden sich die kryonischen Anlagen etwa 50 km außerhalb. Klaus Sames konnte sich vor Ort davon überzeugen, dass alle notwendigen Geräte dort vorhanden und voll funktionstüchtig sind. Ein Balsamierer mit der nötigen Ausrüstung führt vor Ort die Perfusion mit Glycerin durch, die Einführung der Vitrifikation ist für Anfang 2014 geplant. Die Gebäude mit den Anlagen werden von einem Hausmeister permanent bewohnt und bewacht.

Im Gegensatz zu der Ausrichtung von Alcor und dem Cryonics Institute in den USA, welche als gemeinnützige Organisationen organisiert sind, wird Kriorus von zehn Gesellschaftern als gewinnorientiertes Unternehmen geführt. Dadurch gibt es auch keine feste Mitgliederstruktur, die Zahl der Kryonik-Interessenten wird von Kriorus auf ca. 600 geschätzt. Die Gesellschafter können beim Ausscheiden aus der Firma oder im Erbfall keine Anteile aus dem Firmenvermögen abziehen, was die Langzeitstabilität der Organisation sichern soll. Eine Prüfung dieser Regelungen nach russischem Recht konnte unsererseits verständlicherweise nicht erfolgen. In der Summe hat der Besuch bei Kriorus die deutschen Kryoniker positiv gestimmt – langfristig ist Kriorus dabei, sich zu einer ernsthaften Alternative zu den amerikanischen Anbietern zu entwickeln und das weltweite Angebot kryonischer Dienstleistungen weiter zu diversifizieren.

Autor: Dirk Nemitz

Ist Kryonik in Deutschland möglich?

Unseren Verein erreichen immer wieder Fragen dazu, ob Kryonik in Deutschland überhaupt möglich sei. Hierzu zunächst einmal die gute Nachricht: Ja, Kryonik ist in Deutschland möglich. Die vollständige Antwort ist allerdings etwas komplexer.

Kryonische Erstversorgung

Sobald ein Arzt in Deutschland einen Totenschein ausgestellt hat, dürfen Berechtigte mit der kryonischen Erstversorgung beginnen. Zum Kreis der Berechtigten gehören in der Regel Mediziner und Bestatter. Die kryonische Erstversorgung umfasst dann viele Einzelschritte, von schneller Kühlung des Patienten auf eine Temperatur nahe null Grad Celcius, über Medikamentengabe bis hin zur Perfusion, bei der das Blut des Patienten durch eine Schutzlösung ersetzt wird. Diese Schutzlösung verhindert beim weiteren Herunterkühlen des Körpers unter eine Temperatur von null Grad Celcius die Bildung von Eiskristallen, die das Gewebe des Patienten, insbesondere aber die neuronale Struktur des Gehirns, schädigen würden.

Derzeit gibt es niemanden, der eine vollständige kryonische Erstversorgung als Paket an Serviceleistungen in Deutschland anbietet. Wer sich ernsthaft für Kryonik als Option zur Lebensverlängerung interessiert, muss sich selbst um eine Reihe von Vorbereitungen kümmern. Unser Verein bietet Interessierten eine Plattform, um sich über diese Vorbereitungen auszutauschen. Gleichzeitig bilden sich derzeit in immer mehr Landesteilen auch regionale Selbsthilfegruppen, so dass Kryonikinteressenten die kryonische Versorgung trainieren und dann als freiwillige Helfer gegebenenfalls unterstützen können.

Kryonische Langzeitlagerung

Nach der kryonischen Versorgung muss der Patient gekühlt gelagert werden, was derzeit bei einer Temperatur von -196°C in flüssigem Stickstoff geschieht. In den USA gibt es seit über 40 Jahren zwei Institute, die diese Langzeitlagerung anbieten: die Alcor Life Extension Foundation in Arizona und das Cryonics Institute in Michigan. In allen uns bekannten Fällen haben deutsche Kryoniker sich nach der kryonischen Versorgung in Deutschland dann für die Langzeitlagerung bei einem dieser beiden Institute in den USA entschieden, der Körper wurde dann von einem Bestatter überführt. Theoretisch existiert noch eine alternative Möglichkeit zur Langzeitlagerung in Russland, bei der 2005 gegründeten Firma KrioRus nahe Moskau. In Australien arbeitet Stasis Systems Australia am Aufbau eines weiteren Instituts, welches aber derzeit noch keine Langzeitlagerung anbietet.

Der Aufbau einer eigenen Langzeitlagerung in Deutschland ist theoretisch möglich, praktisch aber nicht ganz einfach. Die Rechtslage sieht in Deutschland im Normalfall die Erd- oder Feuerbestattung vor. Ausnahmen zu dieser Regelung werden allerdings regelmäßig erwirkt, beispielsweise im Falle von Körperspenden an medizinische Institute zu wissenschaftlichen Zwecken. Auf diesem Wege ist beispielsweise die bekannte Körperwelten-Ausstellung durch den Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg rechtlich legitimiert worden, und auch die amerikanischen Kryonik-Anbieter arbeiten dort unter dem entsprechenden Gesetz zur Körperspende (dem „Uniform Anatomical Gift Act“).

Ob der Aufbau eines Instituts in Deutschland aktuell sinnvoll wäre, wird unter Kryonikern diskutiert. Dafür spräche, dass Kryoniker eine weitere Option für die Langzeitlagerung zur Auswahl hätten und gegebenenfalls der Langstreckentransport auf einen anderen Kontinent wegfiele. Dagegen spräche die relativ geringe Fallzahl weltweit, welche den Betrieb weiterer Institute erschwert und relativ teuer macht – bei den seit 40 Jahren tätigen Instituten in den USA befinden sich derzeit insgesamt gut 200 Kryoniker in Langzeitlagerung. In jedem Fall wären aufgrund der besonderen rechtlichen, geographischen und geopolitischen Situation im kleinräumig strukturierten Europa intensive Gespräche mit Kryonikern aus den Nachbarländern notwendig, um das europäische Land mit den kryonikfreundlichsten Rahmenbedingungen zu identifizieren und dann gemeinsam an einem Institut für die kryonische Langzeitlagerung zu arbeiten. Wer sich hier ernsthaft einbringen oder mitdiskutieren möchte, ist in unserem Verein sehr herzlich willkommen!

Autor: Dirk Nemitz

„Cryonics“-Magazin über Kryonik weltweit

Das Magazin „Cryonics“ von Alcor berichtet traditionell eher USA-zentrisch. Seit ihren Anfängen in den 1960er Jahren stößt die Kryonik jedoch zunehmend auf Interesse in aller Welt. In Cryonics Ausgabe Q1/2009 stellen sich verschiedene außerhalb der USA liegende Organisationen mit Kryonik-Schwerpunkt vor – darunter die Deutsche Gesellschaft für Angewandte Biostase e.V., aber auch Alcor Portugal, KrioRus (Russland) und Kryofin (Finnland).

Die Ausgabe ist als Printversion oder als kostenfreies PDF (dann jedoch mit Abstrichen bei der Fotoqualität) online verfügbar.

Cryonics Magazine als PDF

DGAB-Tagung im März 2008

Im März tagte die DGAB in Frankfurt am Main. Als besonderen Gast durfte sie Alexey Potapov von KrioRus begrüßen, der über die Entwicklungen in Russland berichtete. Ein zentrales Thema der Tagung war denn auch die Frage, inwiefern eine Zusammenarbeit zwischen deutschen und russischen Kryonikern möglich und sinnvoll wäre.