Experimente und Forschung zur Kryonik

Kryoprotektiva und Refraktometer für die Kryonik

Einführung

Zur Qualitätssicherung der Kryokonservierung unterstützt die DGAB den Aufbau von mehreren lokalen Zentren in Deutschland, in denen die Kryokonservierung in Zukunft nach aktuellen wissenschaftlichen Standards angeboten wird. Die Kryoprotektiva, insbesondere das VM-1, wurden der DGAB direkt vom Cryonics Institute geliefert. Die 14 gelieferten Kanister entsprechen 140 Litern VM-1, welches in jedem Fall für zwei Kryokonservierungen ausreichend ist.

Der Abschluss der erfolgreichen Perfusion wird in der Kryonik üblicherweise mit einem Refraktometer bestimmt, welches den Brechungsindex der bei der Perfusion austretenden Flüssigkeit misst. Hat diese denselben Brechungsindex wie das eingeleitete VM-1, so gilt die Perfusion als abgeschlossen. Die DGAB hat für diesen Zweck zwei baugleiche Refraktometer Typ DR201-95 des deutschen Traditionsherstellers A.KRÜSS Optronic GmbH angeschafft. Das DR201-95 wurde speziell für die schnelle und einfache Qualitäts- und Prozesskontrolle entwickelt.

Das vorliegende Experiment sollte zwei Fragen beantworten:

  1. Wie stark weichen die Messergebnisse der einzelnen Refraktometer voneinander ab?
  2. Wie stark weichen die Messergebnisse des VM-1 aus den 14 Kanistern voneinander ab?

Methoden

Kryonik

Abb. 1: Material 2 Refraktometer vom Typ Krüss DR201-95, 15 steril verpackte Einwegspritzen

Zunächst wurden beide Refraktometer mit destilliertem Wasser nach Anleitung kalibriert. Zu Vergleichszwecken wurde auch der Brechungsindex des destillierten Wassers gemessen. Anschließend wurde mit einer steril verpackten Einwegspritze ein wenig VM-1 aus einem Kanister entnommen (<1 ml). Das VM-1 wurde mit beiden Refraktometern gemessen, anschließend wurden beide Refraktometer gründlich gesäubert und trocken gewischt. Für jeden der 14 VM-1 Kanister wurde eine neue Einwegspritze als Pipette verwendet, um jegliche Kontamination zu vermeiden.

Resultate

Kryokonservierung

Abb. 2: Messung des Brechungsindex von VM-1 mit beiden Refraktometern

Die maximale Abweichung zwischen den beiden Refraktometern lag bei 0,008, im Mittel unterschieden sich die Messwerte um 0,0003.

Der niedrigste gemessene Wert lag bei 1,4207 (Refraktometer 1) bzw. 1,4204 (Refraktometer 2), der jeweils höchste gemessene Wert war 1,4237 respektive 1,4234. Die Durchschnittswerte über die Messungen aller 14 Kanister lagen bei 1,4219 mit Refraktometer 1 bzw. 1,4218 mit Refraktometer 2.

Die vollständige Ergebnistabelle findet sich im Anhang unter diesem Beitrag.

Diskussion

Alle 14 Kanister VM-1 wurden bei jeder Messung und mit jeweils beiden Refraktometern mit dem vom Cryonics Institute vorgegebenen Zielwert von 1,42 gemessen. Die Abweichungen zwischen den einzelnen Kanistern sowie die Abweichungen bei Messungen mit verschiedenen Refraktometern des gleichen Typs waren minimal und vernachlässigbar. Die DGAB hat somit eine sichere und anwendbare Methode entwickelt, um die Perfusion mit Kryoprotektiva in der Kryonik wissenschaftlich zu überwachen.

Anhang

Anhang 1: Vollständige Tabelle der Messergebnisse für destilliertes Wasser und alle 14 Kanister VM-1 mit beiden Refraktometern

Flüssigkeit Refraktometer 1 Refraktometer 2
destilliertes Wasser 1,3326 1,3326
VM-1 Kanister 1 1,4212 1,4213
VM-1 Kanister 2 1,4220 1,4219
VM-1 Kanister 3 1,4237 1,4234
VM-1 Kanister 4 1,4216 1,4215
VM-1 Kanister 5 1,4220 1,4221
VM-1 Kanister 6 1,4207 1,4204
VM-1 Kanister 7 1,4221 1,4216
VM-1 Kanister 8 1,4224 1,4220
VM-1 Kanister 9 1,4219 1,4221
VM-1 Kanister 10 1,4222 1,4217
VM-1 Kanister 11 1,4218 1,4223
VM-1 Kanister 12 1,4216 1,4212
VM-1 Kanister 13 1,4214 1,4222
VM-1 Kanister 14 1,4216 1,4216

Offener Brief von Wissenschaftlern zur Kryonik

Übersetzung aus dem Englischen von Dennis Mühlfort für die DGAB.

Die Unterzeichner entstammen allen für die Kryonik relevanten Fachbereichen inklusive Biologie, Kryobiologie, Neurowissenschaften, Naturwissenschaften, Nanotechnologie und IT, Ethik und Theologie. Unter den Unterzeichnern finden sich führende Wissenschaftler von Instituten wie dem Massachusetts Institute of Technology (MIT), Harvard, NASA und der Cambridge University, um nur einige zu nennen.
Werter Leser,
Kryonik ist eine legitime, wissenschafts-basierte Bemühung, die mit Hilfe der besten verfügbaren Technologie versucht, Menschen zu erhalten, insbesondere das menschliche Gehirn. Zu den denkbaren zukünftige Technologien für die Reanimation gehören die Nanomedizin, die molekulare Reparatur ermöglicht, weit fortgeschrittene Rechenleistung, detaillierte Kontrolle von zellulärem Wachstum sowie Gewebe-Regeneration.

Unter Berücksichtigung dieser Entwicklungen ist es durchaus wahrscheinlich, dass eine unter bestmöglichen Voraussetzungen durchgeführte Kryokonservierung heutzutage die Erhaltung ausreichender neurologischer Information erreichen kann. Dies erlaube letztendlich die Reanimierung einer Person bei voller Gesundheit.
Die Rechte von Menschen, die Kryonik wählen, sind wichtig und sollten respektiert werden.

Hochachtungsvoll (69) Unterzeichner

 
Hinweis von der DGAB: Unter der Auslistung der beteiligten Wissenschaftler finden Sie eine Aufzählung diverser Wissenschaftsartikel, die sich für die Kryonik aussprechen. Zuerst finden Sie die Originaltitel. Darunter bieten wir eine freie Übersetzung der Titel ins Deutsche an.

Gregory Benford, Ph.D.
(Physics, UC San Diego) Professor of Physics; University of California; Irvine, CA [3/24/04]

 Alex Bokov, Ph.D.
(Physiology, University of Texas Health Science Center, San Antonio) [6/02/2014]

Alaxander Bolonkin, Ph.D.
(Leningrad Politechnic University) Professor, Moscow Aviation Institute; Senior Research Associate NASA Dryden Flight Research Center; Lecturer, New Jersey Institute of Technology, Newark, NJ [3/24/04]

Nick Bostrom, Ph.D.
Research Fellow; University of Oxford; Oxford, United Kingdom [3/25/04]

Kevin Q. Brown, Ph.D.
(Computer Science, Carnegie-Mellon) Member of Technical Staff; Lucent Bell Laboratories (retired); Stanhope, NJ [3/23/04]

Professor Manfred Clynes, Ph.D.
Lombardi Cancer Center; Department of Oncology and Department of Physiology and Biophysics, Georgetown University; Washington, DC [3/28/04]

L. Stephen Coles, M.D., PhD
(RPI, Columbia, Carnegie Mellon University) Director, Supercentenarian Research Foundation Inglewood, California [10/7/06]

Jose Luis Cordeiro, MBA, PhD
The Millennium Project, Venezuelan Director; Founding Faculty, Singularity University, NASA Research Park, California; and Adjunct Professor, Moscow Institute of Physics and Technology, Russia [02/07/06]

Daniel Crevier, Ph.D.
(MIT) President, Ophthalmos Systems Inc., Longueuil, Qc, Canada; Professor of Electrical Engineering (ret.), McGill University & École de Technologie Supérieure, Montreal, Canada. [4/7/05]

Antonei B. Csoka, Ph.D.
Assistant Professor of Obstetrics, Gynecology and Reproductive Sciences, University of Pittsburgh School of Medicine Pittsburgh Development Center, Magee-Womens Research Institute [9/14/05]

Paulo H. R. de Castro, M.D., Ph.D.
Adjunct Professor, Federal University of Rio de Janeiro, Rio de Janeiro, Brazil [01/29/16]

Aubrey D.N.J. de Grey, Ph.D.
Research Associate; University of Cambridge;Cambridge, United Kingdom [3/19/04]

Wesley M. Du Charme, Ph.D.
(Experimental Psychology, University of Michigan) author of Becoming Immortal, Rathdrum, Idaho [11/23/05]

João Pedro de Magalhães, Ph.D.
University of Namur; Namur, Belgium [3/22/04]

Thomas Donaldson, Ph.D.
Editor, Periastron; Founder, Institute for Neural Cryobiology; Canberra, Australia [3/22/04]

Christopher J. Dougherty, Ph.D.
Chief Scientist; Suspended Animation Inc; Boca Raton, FL [3/19/04]

K. Eric Drexler, Ph.D.
Chairman of Foresight Institute; Palo Alto, CA [3/19/04]

Lluís Estrada, MD., Ph.D.
Ex Head of the Clinical Neurophysiology Section (retired) at the University Hospital Joan XXIII of Tarragona, Spain. [11/21/2015]

Robert A. Freitas Jr., J.D.
Author, Nanomedicine Vols. I & II; Research Fellow, Institute for Molecular Manufacturing, Palo Alto, CA [3/27/04]

Mark Galecki, Ph.D.
(Mathematics, Univ of Tennessee), M.S. (Computer Science, Rutgers Univ), Senior System Software Engineer, SBS Technologies [11/23/05]

D. B. Ghare, Ph.D.
Principal Research Scientist, Indian Institute of Science, Bangalore, India [5/24/04]

Ben Goertzel, Ph.D.
(Mathematics, Temple) Chief Scientific Officer, Biomind LLC; Columbia, MD [3/19/04]

Peter Gouras, M.D.
Professor of Ophthalmology, Columbia University; New York City, NY [3/19/04]

Rodolfo G. Goya, PhD
Senior Scientist, Institute for Biochemical Research (INIBIOLP), School of Medicine,, National University of La Plata, La Plata city, Argentina. [11/22/2015]

Amara L. Graps, Ph.D.
Researcher, Astrophysics; Adjunct Professor of Astronomy; Institute of Physics of the Interplanetary Space; American University of Rome (Italy) [3/22/04]

Raphael Haftka, Ph.D.
(UC San Diego) Distinguished Prof. U. of Florida; Dept. of Mechanical & Aerospace Engineering, Gainesville, FL [3/22/04]

David A. Hall, M.D.
Dean of Education, World Health Medical School [11/23/05]

J. Storrs Hall, Ph.D.
Research Fellow, Institute for Molecular Manufacturing, Los Altos, CA
Fellow, Molecular Engineering Research Institute, Laporte, PA [3/26/04]

Robin Hanson, Ph.D.
(Social Science, Caltech) Assistant Professor (of Economics); George Mason University; Fairfax, VA [3/19/04]

Steven B. Harris, M.D.
President and Director of Research; Critical Care Research, Inc; Rancho Cucamonga, CA [3/19/04]

Michael D. Hartl, Ph.D.
(Physics, Harvard & Caltech) Visitor in Theoretical Astrophysics; California Institute of Technology; Pasadena, CA [3/19/04]

Kenneth J. Hayworth, Ph.D.
(Neuroscience, University of Southern California) Research Fellow; Harvard University; Cambridge, MA [10/22/10]

Henry R. Hirsch, Ph. D.
(Massachusetts Institute of Technology, 1960) Professor Emeritus, University of Kentucky College of Medicine [11/29/05]

Tad Hogg, Ph.D.
(Physics, Caltech and Stanford) research staff, HP Labs, Palo Alto, CA [10/10/05]

James J. Hughes, Ph.D.
Public Policy Studies Trinity College; Hartford, CT [3/25/04]

James R. Hughes, M.D., Ph.D.
ER Director of Meadows Regoinal Medical Center; Director of Medical Research & Development, Hilton Head Longevity Center, Savanah, GA [4/05/04]

Ravin Jain, M.D.
(Medicine, Baylor) Assistant Clinical Professor of Neurology, UCLA School of Medicine, Los Angeles, CA [3/31/04]

Subhash C. Kak, Ph.D.
Department of Electrical & Computer Engineering, Louisiana State University, Baton Rouge, LA [3/24/04]

Professor Bart Kosko, Ph.D.
Electrical Engineering Department; University of Southern California [3/19/04]

Jaime Lagúnez, PhD
NGS and Systems biologist for INSP (National Institutes of Health of Mexico) and CONACYT (National Science and Technology Council). [11/21/2015]

James B. Lewis, Ph.D.
(Chemistry, Harvard) Senior Research Investigator (retired); Bristol-Myers Squibb Pharmaceutical Research Institute; Seattle, WA [3/19/04]

Marc S. Lewis, Ph.D.
Ph.D. from the University of Cincinnati in Clinical Psychology. Associate Professor at the University of Texas at Austin of Clinical Psychology. [6/12/05]

Brad F. Mellon, STM, Ph.D.
Chair of the Ethics Committee; Frederick Mennonite Community; Frederick, PA [3/25/04]

Ralph C. Merkle, Ph.D.
Distinguished Professor of Computing; Georgia Tech College of Computing; Director, GTISC (GA Tech Information Security Center); VP, Technology Assessment, Foresight Institute [3/19/04]

Marvin Minsky, Ph.D.
(Mathematics, Harvard & Princeton) MIT Media Lab and MIT AI Lab; Toshiba Professor of Media Arts and Sciences; Professor of E.E. and C.S., M.I.T [3/19/04]

John Warwick Montgomery, Ph.D.
(Chicago) D.Théol. (Strasbourg), LL.D. (Cardiff) Professor Emeritus of Law and Humanities, University of Luton, England [3/28/04]

Max More, Ph.D.
Chairman, Extropy Institute, Austin, TX [3/31/04]

Steve Omohundro, Ph.D.
(Physics, University of California at Berkeley) Computer science professor at the University of Illinois at Champaign/Urbana [6/08/04]

Mike O’Neal, Ph.D.
(Computer Science) Assoc. Professor and Computer Science Program Chair; Louisiana Tech Univ.; Ruston, LA [3/19/04]

R. Michael Perry, Ph.D. Computer Science
Patient care and technical services, Alcor Life Extension Foundation [9/30/09]

Yuri Pichugin, Ph.D.
Former Senior Researcher, Institute for Problems of Cryobiology and Cryomedicine; Kharkov, Ukraine [3/19/04]

Peter H. Proctor, M.D., Ph.D.
Independent Physician & Pharmacologist; Houston, Texas [5/02/04]

Martine Rothblatt, Ph.D., J.D., M.B.A.
Responsible for launching several satellite communications companies including Sirius and WorldSpace. Founder and CEO of United Therapeutics. [5/02/04]

Klaus H. Sames, M.D.
University Medical Center Hamburg-Eppendorf, Center of Experimental Medicine (CEM) Institute of Anatomy II: Experimental Morphology; Hamburg, Germany [3/25/04]

Anders Sandberg, Ph.D.
(Computational Neuroscience) Royal Institute of Technology, Stockholm University; Stockholm, Sweden [3/19/04]

Sergey V. Sheleg, M.D., Ph.D.
Senior Research Scientist, Alcor Life Extension Foundation; Scottsdale, AZ [8/11/05]

Stanley Shostak, Ph.D.
Associate Professor of Biological Sciences; University of Pittsburgh; Pittsburgh, PA [3/19/04]

Rafal Smigrodzki, M.D., Ph.D.
Chief Clinical Officer, Gencia Company; Charlottesville VA [3/19/04]

David S. Stodolsky, Ph.D.
(Univ. of Cal., Irvine) Senior Scientist, Institute for Social Informatics [11/24/05]

Gregory Stock, Ph.D.
Director, Program on Medicine, Technology, and Society UCLA School of Public Health; Los Angeles, CA [3/24/04]

Charles Tandy, Ph.D.
Associate Professor of Humanities and Director Center for Interdisciplinary Philosophic Studies Fooyin University (Kaohsiung, Taiwan) [5/25/05]

Peter Toma, Ph.D.
President, Cosmolingua, Inc. Sioux Falls, South Dakota. Inventor and Founder of SYSTRAN. Director of International Relations, Alcor Life Extension Foundation. Residences in Argentina, Germany, New Zealand, Switzerland and USA [5/24/05]

Natasha Vita-More, PhD
Professor, University of Advancing Technology, Tempe, Arizona, USA. [11/22/2015]

Mark A. Voelker, Ph.D.
(Optical Sciences, U. Arizona) Director of Bioengineering; BioTime, Inc.; Berkeley, CA [3/19/04]

Roy L. Walford, M.D.
Professor of Pathology, emeritus; UCLA School of Medicine; Los Angeles, CA [3/19/04]

Mark Walker, Ph.D.
Research Associate, Philosophy; Trinity College; University of Toronto (Canada) [3/19/04]

Michael D. West, Ph.D.
President, Chairman & Chief Executive Office; Advanced Cell Technology, Inc.; Worcester, MA [3/19/04]

Ronald F. White, Ph.D.
Professor of Philosophy; College of Mount St. Joseph; Cincinnati, OH [3/19/04]

James Wilsdon, Ph.D.
(Oxford University) Head of Strategy for Demos, an independent think-tank; London, England [5/04/04]

Brian Wowk, Ph.D.
Senior Scientist 21st Century Medicine, Inc.; Rancho Cucamonga, CA [3/19/04]

 

Ausgewählte Journal-Artikel, die Kryonik unterstützten

First paper showing recovery of brain electrical activity after freezing to -20°C. Suda I, Kito K, Adachi C, in: Nature (1966, vol. 212), “Viability of long term frozen cat brain in vitro“, pg. 268-270.

Erste Abhandlung, die die Wiederbelebung von Hirnaktivität nach einer Herabkühlung auf -20°C zeigt.
Titel: „Funktionsfähigkeit von langfristig gefrorenem Katzenhirn in vitro“

 

First paper to propose cryonics by neuropreservation: Martin G, in: Perspectives in Biology and Medicine (1971, vol. 14), “Brief proposal on immortality: an interim solution”, pg. 339.

Erste Abhandlung, die Kryonik durch Neuropräservation vorschlägt.
Titel: „Kleiner Vorschlag zur Unsterblichkeit: Eine Zwischenlösung“

 

First paper showing recovery of a mammalian organ after cooling to -196°C (liquid nitrogen temperature) and subsequent transplantation: Hamilton R, Holst HI, Lehr HB, in: Journal of Surgical Research (1973, vol 14), “Successful preservation of canine small intestine by freezing“, pg. 527-531.

Erste Abhandlung, die die Wiederbelebung eines Organs eines Säugetieres aufzeigt, das auf -196°C (Temperatur von flüssigem Stickstoff) gekühlt und anschließend transplantiert wurde.

 

First paper showing partial recovery of brain electrical activity after 7 years of frozen storage: Suda I, Kito K, Adachi C, in: Brain Research (1974, vol. 70), “Bioelectric discharges of isolated cat brain after revival from years of frozen storage“, pg. 527-531.

Erste Abhandlung, die die partielle Wiederaufnahme elektrischer Aktivität im Hirn nach siebenjähriger Lagerung im gefrorenen Zustand behandelt.
Titel: „Bioelektrische Entladungen von isoliertem Katzenhirn nach Wiederbelebung von jahrelanger Lagerung in gefrorenem Zustand.“

 

First paper suggesting that nanotechnology could reverse freezing injury: Drexler KE, in: Proceedings of the National Academy of Sciences (1981, vol. 78), “Molecular engineering: An approach to the development of general capabilities for molecular manipulation“, pg. 5275-5278.

Erste Abhandlung, die nahelegt, dass Nanotechnologie Verletzungen durch Erfrierungen reparieren kann.
Titel: „Molekulares Ingenieurswesen: Ein Ansatz zur Entwicklung der allgemeinen Möglichkeit für molekulare Manipulation.“

 

First paper showing that large organs can be cryopreserved without structural damage from ice: Fahy GM, MacFarlane DR, Angell CA, Meryman HT, in: Cryobiology (1984, vol. 21), “Vitrification as an approach to cryopreservation“, pg. 407-426.

Erste Abhandlung, die zeigt, dass große Organe kryokonserviert werden können, ohne dass strukturelle Schäden durch Eisbildung entstehen.
Titel: Vitrifikation als Ansatz für Kryokonservierung.

 

First paper showing that large mammals can be recovered after three hours of total circulatory arrest (“clinical death”) at +3°C (37°F). This supports the reversibility of the hypothermic phase of cryonics: Haneda K, Thomas R, Sands MP, Breazeale DG, Dillard DH, in: Cryobiology (1986, vol. 23), “Whole body protection during three hours of total circulatory arrest: an experimental study“, pg. 483-494.

Erste Abhandlung, die zeigt, dass große Säugetiere nach dreistündigem Herzstillstand („Klinischer Tod“) bei +3°C wiederbelebt werden können. Dies bekräftigt die Reversibilität der hypothermischen Phase in der Kryonik.
Titel: Ganzkörperschutz während dreistündigem Herzstillstand: Eine experimentelle Studie.

 

First detailed discussion of the application of nanotechnology to reverse human cryopreservation: Merkle RC, in: Medical Hypotheses (1992, vol. 39), “The technical feasibility of cryonics“, pg. 6-16.

Erste detaillierte Diskussion über die Anwendung von Nanotechnologie, um die Kryokonservierung beim Menschen rückgängig zu machen.
Titel: Die technische Machbarkeit der Kryonik.

 

First successful application of vitrification to a relatively large tissue of medical interest: Song YC, Khirabadi BS, Lightfoot F, Brockbank KG, Taylor MJ, in: Nature Biotechnology (2000, vol. 18), “Vitreous cryopreservation maintains the function of vascular grafts“, pg. 296-299.

Erste erfolgreiche Anwendung der Vitrifikation bei einer relativ großen Gewebemenge von medizinischem Interesse.
Titel: Verglasende Kryokonservierung erhält die Funktion von Gefäßersatz.

 

First report of the consistent survival of transplanted kidneys after cooling to and rewarming from -45°C: Fahy GM, Wowk B, Wu J, Phan J, Rasch C, Chang A, Zendejas E, in: Cryobiology (2004 vol. 48), “Cryopreservation of organs by vitrification: perspectives and recent advances“, pg. 157-78.

Erster Bericht über das Überleben transplantierter Nieren nach Kühlung und Auftauen von -45°C.
Titel: Kryokonservierung von Organen durch Vitrifikation: Perspektiven und aktuelle Fortschritte. PDF hier. (S. 157-178)

 

First paper showing ice-free vitrification of whole brains, the reversibility of prolonged warm ischemic injury without subsequent neurological deficits, and setting forth the present scientific evidence in support of cryonics: Lemler J, Harris SB, Platt C, Huffman T, in: Annals of the New York Academy of Sciences, (2004 vol. 1019), “The Arrest of Biological Time as a Bridge to Engineered Negligible Senescence“, pg. 559-563.

Erste Abhandlung über eisfreie Vitrifikation bei ganzen Gehirnen, der Reversibilität verlängerter warmer ischämischer Verletzung ohne anschließende neurologische Defizite und Darlegung der gegenwärtigen wissenschaftlichen Beweise, die die Kryonik unterstützen.
Titel: Das Anhalten biologischer Zeit als Brücke zur Verlangsamung der Alterung durch technische Hilfsmittel. PDF hier. (S. 559-563)

 

First discussion of cryonics in a major medical journal: Whetstine L, Streat S, Darwin M, Crippen D, in: Critical Care, (2005, vol. 9), “Pro/con ethics debate: When is dead really dead?“, pg. 538-542.

Erste Diskussion über Kryonik in einem renommierten wissenschaftlichen Journal.
Titel: Ethische Debatte: Wann ist tot wirklich tot? Pro & contra. PDF hier. (S. 538-542)

 

First demonstration that both the viability and structure of complex neural networks can be well preserved by vitrification: Pichugin Y, Fahy GM, Morin R, in: Cryobiology, (2006, vol. 52), “Cryopreservation of rat hippocampal slices by vitrification“, pg. 228-240.

Erste Demonstration, dass Funktionsfähigkeit und Struktur komplexer neuronaler Netze durch Vitrifikation gut erhalten werden können.
Titel: Kryopräservierung von Streifen des Hippokampus einer Ratte durch Vitrifikation. PDF hier. (S.228-240)

 

Rigorous demonstration of memory retention after cooling to +10°C (59°F). Alam HB, Bowyer MW, Koustova E, Gushchin V, Anderson D, Stanton K, Kreishman P, Cryer CM, Hancock T, Rhee P, in: Surgery (2002, vol. 132), “Learning and memory is preserved after induced asanguineous hyperkalemic hypothermic arrest in a swine model of traumatic exsanguination“, pg. 278-88.

Belastbare Demonstration des Erhalts von Erinnerungen nach Kühlung auf +10°C.
Titel: In einem Schweinemodell von traumatischem Blutverlust bleiben Lernen und Erinnerung nach induziertem blutfreiem hypothermem Herzstillstand in Hyperkaliämie erhalten

 

Review of scientific justifications of cryonics: Best BP, in: Rejuvenation Research (2008, vol. 11), “Scientific justification of cryonics practice”, pg. 493-503.

Kritische Betrachtung wissenschaftlicher Begründbarkeit der Kryonik.
Titel: Wissenschaftliche Begründbarkeit kryonischer Praxis. PDF hier. (S. 493-503)

 

First successful vitrification, transplantation, and long-term survival of a vital mammalian organ: Fahy GM, Wowk B, Pagotan R, Chang A, Phan J, Thomson B, Phan L, in: Organogensis (2009, vol. 5), “Physical and biological aspects of renal vitrification” pg. 167-175.

Erste erfolgreiche Vitrifikation, Transplantation und langzeitliche Erhaltung eines vitalen Organs eines Säugetieres.
Titel: Physische und biologische Aspekte der Vitrifikation von Nieren. PDF hier. (S. 167-175)

 

First demonstration of memory retention in a cryopreserved and revived animal: Vita-More N, Barranco D, in: Rejuvenation Research, (2015, vol. 18), “Persistence of Long-Term Memory in Vitrified and Revived Caenorhabditis elegans“, pg. 458-463.

Erste Demonstration der Merkfähigkeit in einem kryokonserviertem und wiederbelebtem Tier.
Titel: Beständigkeit des Langzeitgedächtnisses in vitrifiziertem und wiederbelebtem Caenorhabditis elegans. PDF hier. (S.458-463)

 

First demonstration of whole brain vitrification with perfect preservation of neural connectivity (“connectome”) throughout the entire brain: McIntyre RM, Fahy GM, in: Cryobiology, (2015, vol. 71), “Aldehyde-stabilized cryopreservation“, pg. 448-458.

Erste Demonstration einer Vitrifikation des ganzen Gehirns mit perfekter Präservierung der neuronalen Verbindungen.
Titel: Aldehyd-stabilisierte Kryopräservierung. PDF hier. (S. 448-458)

 

Hinweis: Das Unterzeichnen dieses Briefes impliziert nicht die Befürwortung einer bestimmten kryonischen Organisation oder deren Handlungen. Die Meinungen der Unterzeichner über den Grad zerebraler ischämischer Verletzung (Verzögerung nach klinischem Tod) und der Reversibilität von Verletzungen durch Präservierungen variieren beträchtlich.

Kontakt: contact@evidencebasedcryonics.org
Kontakt: vorstand@biostase.de

Kryonik – Die 10 verbreitetsten Mythen

10mythen

Übersetzung aus dem Englischen von Dennis Mühlfort für die DGAB, mit freundlicher Genehmigung des Cryonics Institute (CI). Alle hier vertretenen Ansichten stimmen nicht zwangsläufig mit denen der DGAB überein. In erster Linie soll dieser Text dem deutschsprachigen Leser eine Hilfestellung geben, sich über Themen der Kryonik besser zu informieren.

Verbreitete Kryonik-Mythen
In den späten 1960er-Jahren gelangte das Konzept der Kryonik erstmalig in den öffentlichen Diskurs. Seitdem hat die Kryonik eine Menge Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Leider beruhte ein Großteil der Berichterstattung auf falschen Wahrnehmungen und Aussagen von „Experten“, die keinerlei Basiswissen im diesem Bereich aufwiesen.

1. Kryonik friert Menschen ein

Die gegenwärtig bevorzugte Technologie von Kryonikern ist die Vitrifikation, nicht das Einfrieren. Vitrifikation ist ein Prozess, bei dem mehr als 60% des Wassers in den Zellen durch eine zellschützende Chemikalie ersetzt wird. Diese verhindert gänzlich Gefriervorgänge im Körper während der Körperabkühlung. Da der Körper langsam und beständig abgekühlt wird anstatt direkt tiefgefroren, bewegen sich die Moleküle sukzessive langsamer, bis alle chemischen Vorgänge bei der Glasübergangstemperatur zum Erliegen kommen (bei etwa – 124°C). Im Gegensatz zum Einfrieren gibt es keine Eisbildung oder Schäden im vitrifizierten Gewebe, die durch Eiskristallbildung verursacht werden würden. Blutgefäße wurden bereits aus der Vitrifikation wieder in ihren Ursprungszustand zurückgeführt. Zudem wurde eine Niere erfolgreich transplantiert, die unbeschadet die Vitrifikation bei ca. -135°C überstand.

2. Kryonik konserviert tote Menschen

Der Zweck von Kryonik ist es, das Leben lebender Menschen zu retten, nicht Tote einzulagern. Der kryonische Ablauf beginnt, nachdem der gesetzliche Tod festgestellt wurde. Doch der biologische Tod des Gehirns und des Körpers ist ein Vorgang, der nach dem Herzstillstand beginnt. In Zeiten der Intensivpflege jedoch ist der Tod mehr ein Prozess als ein plötzlich eintretendes Ereignis. Eine Vorhersage des einsetzenden Todes kann nicht als Diagnose dienen.

Der Zweck der Kryonik ist es, den Sterbeprozess schnell genug zu unterbrechen und zu stoppen, sodass er in der Zukunft wieder reversibel ist. Unterstützer der Kryonik denken, dass niemand wirklich tot ist bis der Informationsgehalt im Gehirn erloschen ist und dass niedrige Temperaturen diesen Verlust verhindern können.

3. Experten sagen, dass Kryonik nicht funktionieren kann

Tatsächlich verfügen nur sehr wenige Menschen über ausreichend Expertise, die Kryonik wirklich beurteilen zu können. Beispielsweise wissen nur wenige Wissenschaftler, was Vitrifikation überhaupt ist. Noch weniger wissen, dass Vitrifikation die Zellstruktur ganzer Organe oder Gehirne erhalten kann. Der ganz normale Hausarzt weiß gewiss wenig bis nichts über die wissenschaftlichen Grundlagen der Kryonik. Und sogenannte „Experten“ können die zukünftigen technologischen Fortschritte auch nicht besser vorhersagen. Führende  „Experten“ ihrer Zeit sagten voraus, dass keine Objekte, die schwerer als Luft sind, fliegen können werden. Auch der weitverbreitete Gebrauch von Computern wurde als unrealistisch abgetan.

Die Situation ist vergleichbar mit der Entwicklung der Raumfahrt vor dem 2. Weltkrieg. In jener Zeit beharrten die Luftfahrt-Experten hartnäckig darauf, dass Raumfahrt unmöglich sei. Nur Robert Goddard und ein paar deutsche Raketenwissenschaftler wussten, dass mehrstufige Raketen der Erdgravitation entkommen können. Wie so oft können am besten diejenigen die Entwicklung eines Themenbereiches abgeben, in dem sie selbst Experten sind. Und nie hat ein tatsächlich qualifizierter Experte je gesagt, dass Kryonik nicht funktionieren kann.

4. In der Kryonik werden Köpfe präserviert

CI hat kein Interesse daran, Köpfe zu präservieren. CI präserviert Menschen. CI denkt, dass so viele Informationen bzw. soviel vom Patienten wie möglich erhalten bleiben sollen. Auch wenn CI keine Präservierung des Kopfes allein anbietet, bietet es die attraktivsten Preise in der Kryonik. Denn unsere Ganzkörper-Präservierung kostet bedeutend weniger als die ausschließliche Präservierung des Kopfes anderer Unternehmen oder Institue in diesem Bereich.

5. Ehrenwerte Wissenschaftler und Ärzte unterstützen die Kryonik nicht

Mehr als 60 Wissenschaftler und Ethiker haben einen offenen Brief eines Wissenschaftlers unterschrieben, der die wissenschaftlichen Grundlagen der Kryonik bestätigt. CI hat zudem angesehene Wissenschaftler und Ärzte als Mitglieder sowie wissenschaftliche und medizinische Beiräte. Dazu gehören auch Mitglieder, die bereits vor dem U.S.-Kongress ausgesagt haben (kein Kryonikbezug). Ebenso gehört ein Mitglied der U.S. National Academy of Science zu CI.  Bei Zeugenaussagen vor Gericht haben Wissenschaftler Erklärungen abgegeben, in denen sie sich für die  Kryonik aussprachen.

Die meisten Kryobiologen sprechen sich allerdings nicht öffentlich für die Kryonik aus. Teilweise ist dem so, weil aufsehenerregende Veröffentlichungen rund um die Kryonik dazu tendieren, Errungenschaften der Kryobiologie hinsichtlich medialer Aufmerksamkeit den Rang abzulaufen. Dazu gehören Bereiche wie Reproduktionsbiologie, Konservierung von Organen und Krebsbehandlung.  Andererseits übersehen Kryobiologen Daten und Argumente, die für die Kryonik sprechen. Die Geschichte der Politisierung von Kryonik unter Kryobiologen wurde dokumentiert in dem Artikel „COLD WAR: The Conflict Between Cryonicists and Cryobiologists“.

Die derzeit bevorzugte Technologie ist übrigens die Vitrifikation, nicht das Einfrieren. Die Vitrifikation ist ein Prozess, bei dem mehr als 60% des Wassers in den Zellen durch eine schützende chemische Lösung ersetzt wird. Dies verhindert das Gefrieren während des Abkühlens. So wird erreicht, dass Moleküle sich sukzessive langsamer bewegen bis jegliche chemische Aktivität aufhört, sobald die Glasübergangstemperatur (-124°C) erreicht ist. Im Gegensatz zum Einfrieren entstehen keine Gewebeschäden durch Eiskristalle im vitrifiziertem Gewebe. Blutgefäße wurden bereits wieder aus dem Status der Vitrifikation zurückgeführt und auch eine komplette Niere wurde wieder hergestellt und erfolgreich transplantiert. Die Langzeitlebensdauer der Niere wurde erreicht durch die Vitrifizierung bei -135°C.

6. Kryonik und Religion beißen sich

Das Ziel der Kryonik ist das Überwinden ernstzunehmender Krankheiten durch das Erhalten und Beschützen von Leben. Aus diesem Grund ist die Kryonik auf einer Linie mit den lebensbejahenden Prinzipien der Medizin, aber auch der Religion. Opfer von Unterkühlung wurden nach mehr als einer Stunde ohne Atmung, Herzschlag oder Hirnaktivität wiederbelebt. Künstliche Hypothermie wird manchmal benutzt, um Patienten für längere Zeiträume während einer Operation am Gehirn “ abzuschalten“, wenn der Herzschlag gestoppt werden muss. Menschliche Embryonen werden regelmäßig kryopräserviert und wiederbelebt. Sollte Kryonik funktionieren, dann funktioniert sie, weil dahinter der grundlegend gleiche Mechanismus steckt wie bei anderen Formen des Kälteschalfs, die man bereits in der Medizin kennt. Diese Zustände werden in den meisten modernen Religionen akzeptiert. Patienten in diesem Zustand werden als Komaptienten gesehen, nicht als Tote.

Kryonik-Patienten sind theoretisch dasselbe wie ein Patient in einem Krankenhaus, der nicht bei Bewusstsein ist und deren Krankheitsverlauf ungewiss ist. Bewegende Essays aus der katholischen und protestantischen Sicht sprechen sich für den Wert der Kryonik aus, auch unter moralischen Gesichtspunkten. Mitglieder diverser Ausprägungen des Christentums und weitere Religionsanhänger sind bereits Mitglieder des Cryonics Institute geworden. Für weitere Informationen lesen Sie bitte „Christianity and Cryonics“ sowie weitere Artikel über Religion und Kryonik. CI begrüßt Texte aller Religionen, die sich für die lebensbejahende Eigenschaft der Kryonik aussprechen.

7. Kryonik speist sich aus einer irrationalen Angst vor dem Tod

Zynisch gefragt: Wenn ein starker Wille zum Leben als ein Ausdruck von Feigheit gesehen wird, warum sollte man überhaupt schwerwiegende Krankheiten behandeln?
Interessanterweise waren beide Kryonikgründer, Robert Ettinger und Jerry Leaf, Veteranen im militärischen Kampf. Ein rationales Verlangen weiterzuleben ist nicht dasselbe wie eine irrationale Angst vor dem Tod. Um es mit den Worten des Biologen Peter Medawar zu sagen: „Es gibt keinen tiefer sitzenden biologischen Instinkt als das Festhalten am Leben. Im Kampf um das Leben liegt sowohl mehr Würde als auch mehr  Menschlichkeit als im passiven Loslassen unserer hart erarbeiteten und tief geschätzten Besitztümer.“

8. Kryonik ist nur etwas für Reiche

Gute Nachrichten: Das stimmt so nicht. Beim Cryonics Institue (CI) zum Beispiel kostet die Kryokonservierung (inklusive Vitrifikations-Perfusion und Langzeit-Lagerung) 28.000$ (ca. 24.500€). Dies ist eine einmalige Gebühr, die zum Zeitpunkt des (hoffentlich nur vorzeitigen) Todes eintritt. Auch wenn diese Gebühr bar bezahlt werden kann, wird dies oft anhand einer Lebensversicherung abgedeckt, die den Betrag zum Todeszeitpunkt an CI überweist. Das Kryonik-Standby-Team, das sich um das Herunterkühlen und die kardiopulmonale Anwendung bei Feststellung des Todes kümmert, kann u.U. durch eine bestimmte Art der Lebensversicherung abgedeckt werden.

– HINWEIS der DGAB: Wenn Sie mehr über die Möglichkeiten der Kostendeckung in Deutschland erfahren möchten, kontaktieren Sie uns gerne.

9. In der Kryonik bekommst du, was du bezahlst

Preise variieren deutlich. CI hat bei Weitem die angemessensten Preise aller Kryonik-Organisationen. Unser Verfahren ist sehr kostenbewusst, basieren aber auf Experimenten und professioneller Evaluierung. Unserer Meinung nach bietet es zudem die bestmögliche Chance auf Wiederbelebung.
Wir denken, dass zukünftige Mitglieder sich umschauen sollten. Preise anderer Organisationen können bis zu 200.000 $ oder mehr für Ganzkörper-Konservierung betragen und 80.000 $ für die „Neuro“ (nur der Kopf)-Option, die wir als unnötig und kostenintensiver als CI´s Ganzkörper-Konservierung erachten.
Hier finden Sie die Vorteile von CI im Vergleich zu anderen Kryonik-Organisationen.

10. Kryonik ist Betrug oder Abzocke

CI ist ein  Non-Profit-Institut, sodass öffentliche Einsicht in die Buchführung möglich ist. Einige Mitarbeiter engagieren sich ohne Entgelt. Es wird kein Geld mit Kryonik verdient – dies hat CI auch nicht vor. Im Vordergrund steht der Wunsch, die Chancen für die Wiederbelegungen von geliebten Menschen und sich selbst zu erhöhen.

Die Mission von CI ist es, die Patienten ungebrenzt lang im Kälteschlaf verweilen zu lassen, bis die Wissenschaft einen Weg gefunden hat, sie wiederzubeleben. Die Mission ist nicht das Anhäufen von Geld. Unsere Mitglieder und Patienten (inklusive Robert Ettinger, dem Vater der Kryonik sowie Familienangehörige von ihm) glauben, dass dies gelingen kann und die Chance auf ein zweites Leben besteht. Gleichwohl bietet die Wissenschaft derzeit diese Möglichkeit nicht, weshalb es zu Anschuldigungen kommt, dass Kryonik nur Abzocke und Betrug ist. Andererseits profitiert niemand von CI vom CI-Institut oder den Beiträgen der Mitglieder. Wir haben lediglich zwei Vollzeit-Angestellte. Die weiteren Direktoren und das Management leisten Ihre professionelle Arbeit auf strikt freiwilliger Basis. Das zur Verügung stehende Geld wird genutzt, um alle Abläufe und die Lagerung unserer Patienten kontinuierlich aufrecht zu erhalten, bis sie erfolgreich zurückgeholt werden können. Ein Großteil des Geldes wird für flüssigen Stickstoff ausgegeben, der regelmäß nachgefüllt werden muss. Zusätzlich minimieren wir unsere Ausgaben auf das Nötigste , um unserern Mitgliedern eine Kryostase zum bestmöglichen Preis anbieten zu können und alle notwendigen Leistungen so lange wie möglich aufrecht erhalten zu können…bis eine Wiederbelebung möglich sein wird.

Was die Wiederbelebung angeht wissen unsere Mitglieder und Patienten, dass es keine absolute Garantie oder eindeutigen Beweis für den Erfolg gibt – bisher. Aber dies ist, worauf wir alle zählen – nämlich dass die Wissenschaft letztendlich die Wiederbelebung ermöglicht und wir alle eine zweite Chance in unserem Leben erhalten.

Kryokonservierung-Methode gewinnt Brain Preservation Technology Prize!

Die heutigen Nachrichten der Brain Preservation Foundation sind ein enormer Durchbruch in der wissenschaftlichen Erforschung der Kryonik: zum ersten Mal wurde das Gehirn eines kleinen Säugetiers nachweislich nahezu perfekt konserviert! Damit geht die erste Stufe des ausgeschriebenen Forschungspreises an die Wissenschaftler von 21st Century Medicine.

Die angewandte Methode besteht aus einem zweistufigen Verfahren, bei dem das Gehirn zunächst mit Chemikalien fixiert und anschließend zur Lagerung bis auf -130°C in einen glas-ähnlichen Zustand runtergekühlt wird.

Die Ergebnisse sind bereits im renommierten Wissenschafts-Journal Cryobiology publiziert und wurden zusätzlich von unabhängigen Wissenschaftlern in ausgiebigen Untersuchungen mit dem Elektronenmikroskop verifiziert. Die Brain Preservation Foundation stellt ausgiebiges Foto- und Videomaterial auf ihrer Homepage zur Verfügung.

Ken Hayworth, Präsident der Foundation und einer der Preisrichter, sagt zu dem Ergebnis:

„Alle Neuronen und Synapsen im gesamten Gehirn sehen sehr schön konserviert aus. Das ist absolut erstaunlich, wo ich doch dasselbe Gehirn in der Hand gehalten habe als es glas-ähnlich gefroren war…Das ist nicht die Kryonik von früher“

Mit Dr. Shawn Mikula und seinem Team vom Max-Planck-Institut für Neurobiologie in Martinsried war auch ein Team aus Deutschland im Rennen um den Preis und hat im Journal Nature Methods seinen Methoden publiziert. Leider reichte es jedoch am Ende nicht für den Gewinn – aber der Preis geht ja jetzt in die zweite Runde, bei der es um die Konservierung des Gehirns eine größeren Säugetiers gehen wird.

Als lesenswertes Hintergrundmaterial, welches sich auch an Wissenschaftsjournalisten konkret richtet, sei hier noch das Infopaket von Evience-Based Cryonics und dem UK Cryonics Cryopreservation Research Network empfohlen.

Die DGAB gratuliert herzlich den Gewinnern!

Autor: Dirk Nemitz

Die Wissenschaft zur Kryonik

Im renommierten MIT Technology Review haben gleich vier Professoren einen Artikel dazu geschrieben, was uns das Nervensystem eines Fadenwurms, gefrorene Embryos und extreme Hypothermie uns über eine mögliche Konservierung des Gedächtnisses durch Kryonik verraten können.

Besonders spannend ist hier das Beispiel des Fadenwurms C. elegans, welcher seit Jahrzehnten regelmäßig in flüssigem Stickstoff konserviert und wieder aufgetaut wird, und die Prozedur problemlos überlebt.

Der Artikel bietet eine gute Zusammenfassung der Forschungsergebnisse, die dafür sprechen, dass Kryonik grundsätzlich funktionieren kann. Das Fazit der Autoren:

It is easy to dismiss controversial practices such as cryonics and gloss over the research surrounding them, but we should remember and even respect that prevailing views are often shown to be incorrect, and that what is impossible now may be possible in the future.

 

Max More beim DGAB-Symposium

Selbst Max More aus Arizona, President & Chief Executive Officer von Alcor, hat es sich nicht nehmen lassen, Teil unseres Symposiums im Oktober 2014 zu sein. In welchem Bereich könnte es wichtiger sein, eine beständige und solide Organisation zu haben als in der Kryonik? Das ist Max More natürlich mehr als bewusst. Wie man trotz dieser großen Aufgabe Erfolg haben kann, erfahrt ihr in unserem Video (Teil 1 von 2 Teilen).

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