Bericht: DGAB-Schwabentreffen
Sonntag, 02. März 2014 um 15:27 Uhr

Am 01.03.2014 fand das aktuelle Treffen der Kryoniker im Großraum Stuttgart und Ulm statt. Nachdem wir beim vorherigen Treffen einen Balsamierer besucht hatten, kamen wir diesmal im Tagungsraum eines Hotels zusammen.

Prof. Klaus Sames referierte über den aktuellen Stand der Verfahren in der Kryonik und seine eigene Arbeit zur Optimierung der Kryokonservierung. Danach diskutierten wir die Zukunft der praktischen Arbeit in Deutschland.

Torsten Nahm und Kai Rathmann berichteten über das Beispiel des englischen Team Cryonics UK. Im September hatten sechs DGAB-Mitglieder das Training in London besucht, und im Dezember hatte die DGAB die Engländer bei einem akuten Kryonik-Fall unterstützt.

Die übrige Diskussion berührte u.a. den biologischen Prozess des Sterbens und die wichtige Erkenntnis, dass die weit verbreitete Aussage vom Hirntod nach 5 Minuten nicht länger haltbar ist.

Wer sich für die Kryonik-Arbeit der Schwaben interessiert, kann sich unverbindlich bei Prof. Klaus Sames per E-Mail melden: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Autor: Kai Rathmann

 
DGAB-Mitglied hilft bei britischem Kryonikfall
Sonntag, 19. Januar 2014 um 11:45 Uhr

Bildquelle: Cryonics UK (Ausschnitt)

Ende September waren sechs Mitglieder der DGAB in England, um am Training der englischen Gruppe Cryonics UK teilzunehmen (wir berichteten). Bei dem Treffen wurde auch eine Vertiefung der Kooperation zwischen Cryonics UK und der DGAB vereinbart, mit dem Ziel, uns gegenseitig zu unterstützen. Wir hätten kaum damit gerechnet, dass sich so bald eine Gelegenheit ergeben würde, doch schon im Dezember war es soweit: Wir erhielten die Nachricht aus England, dass ein Kryonik-Fall akut eingetreten war und am selben Abend noch der sogenannte Standby starten würde.

Nach kurzfristiger Koordination erklärte sich unser Mitglied Kai Rathmann bereit, nach England zu fliegen, um am Standby teilzunehmen. Keine sechs Stunden später war er bereits auf dem Weg.

Der Fall

Während des Standbys wartete das Team rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft auf die Deanimation des Patienten. Im Vorfeld besprach das Team das Vorgehen – rufbereite Ärzte für die Ausstellung des Totenscheins, den Umgang mit Außenstehenden, offizielle Dokumente – und bereitete die Instrumente und Medikamente für den Einsatz vor.

Nach Feststellung der Deanimation schloss das Team den Patienten sofort an eine Herz-Lungen-Maschine an und kühlte ihn mit Eis. Der gerufene Arzt traf wenig später ein und stellte den Totenschein aus. Das Team transportierte den Patienten im Eisbad mit dem teameigenen Krankenwagen in geeignete Räumlichkeiten, wo die Perfusion durchgeführt wurde. Danach wurde der Patient zu CI in die USA transportiert.

Rückblick

Wir sehen es sehr positiv, dass wir unsere Kooperation mit den Engländern so schnell unter Beweis stellen konnten und wir sind überzeugt, dass dieser gemeinsame Einsatz ein sehr gutes Fundament für die weitere Zusammenarbeit legt. Neben der gegenseitigen Unterstützung bei Einsätzen sind für die Zukunft insbesondere weitere gemeinsame Trainings (sowohl in England wie in Deutschland) geplant.

Autor: Torsten Nahm

 
Spiegel Online über das Altern verschiedener Arten
Sonntag, 12. Januar 2014 um 12:00 Uhr

Bildquelle: Spiegel Online

Viele Kryoniker gehen davon aus, dass bei einer möglichen Reanimation in der Zukunft auch Alterserscheinungen geheilt werden können. Der eigenen Intuition folgend halten die meisten anderen Menschen den biologischen Alterungsprozess für ein unausweichliches Naturgesetz. Neue Forschungen zeigen, dass Alterungsprozesse sich bei unterschiedlichen Arten sehr stark unterscheiden, was ein Hinweis darauf ist, dass die Auswirkungen des Alterns konkret beeinflussbar sein könnten. Einige interessante Beispiele beschreibt Spiegel Online.

Altern verschiedener Arten: Der Mensch, ein Sonderfall

 
Dem Tod auf der Spur
Samstag, 04. Januar 2014 um 18:46 Uhr

Jeder Mensch muss sich im Laufe seines Lebens früher oder später mit dem Sterben auseinandersetzen. Dem einen fällt es schwer nur daran zu denken, für den anderen ist es spannend, vielleicht sogar alltäglich sich mit dieser unsichtbaren Linie zwischen Leben und Tod zu beschäftigen.

Wir sterben in Phasen

Nach wissenschaftlicher Definition ist das Sterben kein Augenblick, sondern ein Prozess, der in mehreren Phasen abläuft und mit dem das allmähliche Aussetzen der Lebensfunktionen einher geht. Die Grenze zwischen Leben und Tod ist demnach nur schwer als solche zu ziehen, vielmehr verfließen die beiden Zustände und gehen ineinander über.

Der Beginn des Sterbeprozesses, als klinischer Tod bezeichnet, umfasst sowohl Herz- als auch Atmungsstillstand. In dieser ersten Phase besteht grundsätzlich die Möglichkeit den augenscheinlich leblosen Körper wiederzubeleben. Durch eine Herzdruckmassage und künstliche Beatmung können die Organe Herz und Lunge möglicherweise wieder zum eigenständigen Arbeiten angeregt werden.

Die nachfolgende Phase des Sterbens wird vita reductata, das intermediäre Leben, genannt. Die vitalen Vorgänge in allen Organen des Körpers versagen nach und nach. In diesem Abschnitt ist das Leben eines Menschen nur noch mit medizinischen Apparaten zu erhalten. Hirnstamm und Großhirn, auf deren Kommunikation und Verschaltung die komplexe Koordination und Regulation der Vorgänge im gesunden Körper basieren, sind funktionell entkoppelt. Es kommt zu Hirnschäden und damit zum Ausfall der elementaren Lebensfunktionen.

Im letzten Stadium, dem biologischen Tod, setzt schließlich der zentrale Hirntod ein. Wahrnehmung, Bewusstsein und die Spontanatmung des Menschen erlöschen. Der Körper zeigt keine zerebralen Reflexantworten mehr, auch auf Reize aus der Umwelt, beispielsweise auf Schmerz, erfolgt keine Reaktion. In den großen Gefäßen, in denen beim Lebenden sauerstoffreiches Blut durch den Körper gepumpt wird, kommt der Kreislauf zum Erliegen. Auf dem Monitor des Elektroenzephalogramms, das die hirnelektrische Aktivität graphisch darstellt, ist nur noch eine Nulllinie zu sehen.

„In 20 Jahren, so glaube ich, werden wir in der Lage sein, Menschen zu reanimieren, die schon seit 12 oder gar 24 Stunden tot sind.“ — Sam Parnia

Doch wann in diesem zeitlichen Verlauf beginnt der Körper tatsächlich zu sterben? Wann setzt der Tod in den Zellen ein? Ab welchem Zeitpunkt treten irreversible Schäden auf, die jegliche Chancen auf uneingeschränkte Lebensfunktionen unseres Organismus mit jeder Sekunde schwinden lassen?

Sam Parnia, ein bekannter britischer Notfallmediziner, ist seit Jahren tätig in der Wiederbelebungsforschung. Er vertritt die These, dass viele Patienten, die einen Herzstillstand erleiden, mit der geeigneten Technik und dem angewandten Wissen des heutigen Forschungsstandes gerettet werden könnten, wären gewisse Standards und spezielles Fachwissen nur weiter verbreitet. „Wiederbelebung wird immer noch angesehen als etwas, was Ärzte nebenher leisten sollen. Aber tatsächlich ist dies längst ein hochspezialisiertes Fachgebiet […].“ (Zitate von Sam Parnia aus DER SPIEGEL 30/2013, siehe Quellen am Ende.)

Sam Parnia (rechts). Bildquelle: DER SPIEGEL

Weltweit fallen die Überlebensraten für Patienten, die im Krankenhaus einen Herzstillstand erleiden, sehr gering aus. Selbst in den meisten westlichen Ländern liegen sie unter 20 Prozent. Im Universitätskrankenhaus von Stony Brook in den USA, in dem Parnia tätig ist, konnte diese Zahl in den letzten Jahren jedoch erheblich gesteigert werden, auf 38 Prozent Anfang diesen Jahres.

Hirntod – kommt das Ende wirklich so schnell? Neue Methoden schenken Zeit

Eine lange Zeit gültige und auch heute noch oft vertretene These besagt, dass das Absterben der Gehirnzellen, der zentrale Hirntod, bereits nach 3–5 Minuten einsetzen würde. Doch diese Behauptung ist inzwischen widerlegt. Tatsächlich können Hirnstellen sogar Stunden ohne Sauerstoff überleben. Paradoxerweise ist es nicht der Mangel an Sauerstoff, die zum Tod der Hirnzellen führt, sondern die Wiederzuführung des Sauerstoffs. Dieses überraschende Phänomen wird als Reperfusionsschaden bezeichnet.

Die Aussage vom Hirntod nach 5 Minuten, wie sie heute noch in vielen Lehrbüchern steht, ist damit nicht länger haltbar. Denn es gibt inzwischen Methoden, um die Reperfusionsschäden stark zu verringern. Und diesen Methoden haben die Menschen ihr Leben zu verdanken, die nach einem Herzstillstand von Sam Parnia und seinem Team behandelt wurden. Immerhin rund 20 Prozent mehr als in den meisten Krankenhäusern der Welt.

Diese Methoden orientieren sich an den aktuellsten Leitlinien des Ilcor, der internationalen Vereinigung notfallmedizinischer Fachgesellschaften. Neben effektiver Herzdruckmassage und kontrollierter Beatmung wird streng überwacht, wie viel Blut und Sauerstoff im Gehirn ankommen. Zusätzlich wird das Blut schon außerhalb des Körpers mithilfe von Kathetern mit Sauerstoff angereichert, um den Normalwerten möglichst nahe zu kommen.

Besonders wichtig ist dabei das Herunterkühlen des Körpers auf Temperaturen zwischen 32 und 34 Grad Celsius. Dies schafft nicht nur lebenswichtige Zeit, sondern vermindert auch deutlich die Reperfusionsschäden.  „Das Kühlen bringt eine Reihe positiver Effekte mit sich: Es reduziert den Sauerstoffbedarf des Gehirns, es verhindert, dass sich dort gefährliche Substanzen wie Wasserstoffperoxid bilden, und es verlangsamt den Prozess des Zelltods. […] Richtig behandelt, dauert es Stunden, bis das Gehirn irreversibel geschädigt ist.“

Die Hoffnung, in Zukunft mehr und mehr Menschen von der Schwelle des Todes zurück ins Leben holen zu können, treibt Sam Parnia an und mit ihm das Forschungsfeld der Wiederbelebungsmedizin. Ein Feld mit großem Potential für Fortschritt. Fortschritt, der der Menschheit zu Gute kommt.

Quellen

Autorin: Theresa Schwarz

 
Wirtschaftswoche über Kryonik
Samstag, 28. Dezember 2013 um 12:02 Uhr

Die Wirtschaftswoche berichtet über die Kryokonservierung von Menschen.

Link zum Artikel

 
Galileo über Kryonik
Mittwoch, 25. Dezember 2013 um 16:44 Uhr

Bildquelle: ProSieben

Vor 15 Jahren besuchte Galileo in einer der ersten Sendungen Alcor. Dieses Jahr kehrte die Sendung zurück, um über die Fortschritte zu reden.

Link zur Sendung

 
Bericht: DGAB besucht Balsamierer bei Ulm
Samstag, 21. Dezember 2013 um 15:03 Uhr

Im Rahmen der DGAB sind inzwischen 10 Kryoniker im Großraum Stuttgart und Ulm aktiv. Im Oktober haben wir uns bei einem örtlichen Balsamierer getroffen, um Abläufe zu besprechen und die nächsten Schritte für eine Verbesserung der kryonischen Versorgung zu koordinieren.

Bei einer Führung durch die Räumlichkeiten des Balsamierers wurden uns die vorhandenen Materialien und Geräte erklärt. Dabei wurden die Vorteile einer Zusammenarbeit mit Balsamierern bei der kryonischen Versorgung deutlich: Voll installierte Räume, brauchbare Instrumente und ein komfortabler Arbeitsbereich sind dort standardmäßig vorhanden. Auch die Kenntnisse der Balsamierer können bei der kryonischen Versorgung eine Rolle spielen, die derzeitige Ausbildung umfasst neben dem praktischen Wissen über behördliche Abläufe auch medizinische Kenntnisse (vor allem des Kreislaufs), Kenntnisse der Infusion und Perfusion und einschlägige juristische Kenntnisse.

Prof. Klaus Sames stellte aktuelle und geplante Aktivitäten im Großraum Stuttgart/Ulm vor und berichtete über eine kürzlich durchgeführte realitätsnahe Simulation der kryonischen Suspension. Im Anschluss diskutierten wir Detailfragen, beispielsweise zu den verschiedenen Kryonikanbietern oder Versorgungsoptionen, und beantworteten Fragen neuer Mitglieder. Zu Besuch war auch unser Vorsitzender Tristan Behrens.

Das Team plant für 2014 weitere Schritte zur Sicherstellung der kryonischen Versorgung in Deutschland. Wer die Kryonik in Deutschland praktisch mitgestalten möchte, ist herzlich eingeladen! Das nächste Treffen der Gruppe soll voraussichtlich im Februar 2014 stattfinden.

Autor: Dirk Nemitz

 
Deutschlandradio Wissen über Kryonik
Sonntag, 15. Dezember 2013 um 14:20 Uhr

Torsten Nahm war zu Gast bei Deutschlandradio Wissen und stellte im Rahmen eines Themenschwerpunktes die Kryonik vor.

Link zum Themenschwerpunkt

 
Deutsche Kryoniker zu Besuch bei Kriorus in Moskau
Freitag, 13. Dezember 2013 um 15:25 Uhr

Valerija Udalova, Vorsitzende von Kriorus

Seit vielen Jahren setzt sich der Medizinprofessor Dr. med. Klaus Sames aktiv für die Kryonik ein. Er ist Mitbegründer und Ehrenvorstand der DGAB und hat die Kryonik in diesem Rahmen in Deutschland auf einem seriösen Niveau etabliert. Gleichzeitig ist er permanenter wissenschaftlicher Berater des Cryonics Institute in den USA. Im Herbst diesen Jahres hat er sich nun dank einer großzügigen Spende eines DGAB-Mitglieds selbst auch ein Bild von der Situation bei Kriorus in Moskau machen können.

Seit 2003 läuft der Betrieb bei Kriorus ohne Unterbrechungen, inzwischen sind dort 25 Kryoniker eingelagert. Ein Großteil der Patienten kommt aus der Russischen Föderation, aber es sind auch ausländische Kunden in Moskau kryokonserviert, beispielsweise aus den Niederlanden, Israel oder Estland. Kriorus bietet alle kryonischen Dienstleistungen an, von der menschlichen Ganzkörper-Kryokonservierung bis zur Neurokryokonservierung (bei der nur der Kopf kryonisch behandelt und gelagert wird), von der Kryokonservierung von Haustieren bis zur langfristigen Verwahrung von DNA-Proben. Die menschliche Kryokonservierung wird derzeit für USD 36.000 (Ganzkörper) bzw. USD 12.000 (Neuro) angeboten.

Während das Kontaktbüro im Herzen Moskaus liegt, befinden sich die kryonischen Anlagen etwa 50 km außerhalb. Klaus Sames konnte sich vor Ort davon überzeugen, dass alle notwendigen Geräte dort vorhanden und voll funktionstüchtig sind. Ein Balsamierer mit der nötigen Ausrüstung führt vor Ort die Perfusion mit Glycerin durch, die Einführung der Vitrifikation ist für Anfang 2014 geplant. Die Gebäude mit den Anlagen werden von einem Hausmeister permanent bewohnt und bewacht.

Im Gegensatz zu der Ausrichtung von Alcor und dem Cryonics Institute in den USA, welche als gemeinnützige Organisationen organisiert sind, wird Kriorus von zehn Gesellschaftern als gewinnorientiertes Unternehmen geführt. Dadurch gibt es auch keine feste Mitgliederstruktur, die Zahl der Kryonik-Interessenten wird von Kriorus auf ca. 600 geschätzt. Die Gesellschafter können beim Ausscheiden aus der Firma oder im Erbfall keine Anteile aus dem Firmenvermögen abziehen, was die Langzeitstabilität der Organisation sichern soll. Eine Prüfung dieser Regelungen nach russischem Recht konnte unsererseits verständlicherweise nicht erfolgen. In der Summe hat der Besuch bei Kriorus die deutschen Kryoniker positiv gestimmt – langfristig ist Kriorus dabei, sich zu einer ernsthaften Alternative zu den amerikanischen Anbietern zu entwickeln und das weltweite Angebot kryonischer Dienstleistungen weiter zu diversifizieren.

Autor: Dirk Nemitz

 
Bericht: Aschwin de Wolf besucht DGAB-Labor
Freitag, 06. Dezember 2013 um 11:16 Uhr

Bildquelle: Lifeboat Foundation

Zum 3. Münchener Labortreffen in München hatte die DGAB einen besonderen Gast zu Besuch. Aschwin de Wolf ist aktiv in der Kryonik-Forschung tätig und damit, leider, noch eher eine Seltenheit. Dies zu ändern ist natürlich eine Bestrebung, die nicht nur die DGAB so gut wie möglich verfolgen möchte. Das Labortreffen am Wochenende des 14.–15. Septembers bot daher eine gute Möglichkeit, sowohl hilfreiche Ratschläge für die Planung und den Aufbau eines Deutschen Einsatzteams zu bekommen, als auch aus erster Hand von den Forschungsaktivitäten und aktuellen Erkenntnissen aus den USA zu erfahren.

Zunächst konnte Aschwin in mehreren Gesprächsrunden aus erster Hand von Kryonik-Fällen in den USA berichten und wertvolle Hinweise geben, worauf es in verschiedenen Situationen bei der Erstversorgung ankommt und welche Maßnamen jeweils die Prioritäten sein sollten. Außerdem konnten Aspekte zum benötigten Material und zur idealen Stärke eines möglichen landesweit operierenden Kryonik-Einsatzteams diskutiert werden. Diese Erfahrungen sollen in den mittelfristig geplanten Aufbau eines deutschen Teams mit Unterstützung der DGAB einfließen. Das Ziel ist es dabei, unter den jeweiligen Umständen des Kryonikpatienten die Gewebeschäden, insbesondere des Gehirns, bis zur Perfusion und endgültigen Lagerung so gering wie möglich zu halten und damit die Chancen auf Reanimation in der Zukunft zu maximieren.

Weiterhin stand ein gemeinsamer Laborbesuch an, bei dem insbesondere der neu aufgebaute Perfusionskreislauf und der angeschaffte Thumper diskutiert werden konnten. Der Perfusionskreislauf dient dabei zunächst als Testaufbau zur Erprobung der Funktionsweise und zur Optimierung der Flussraten in kommenden Versuchen. Auch hier konnte Aschwin praktische Hinweise geben.

Schließlich konnte Aschwin noch interessante Einblicke in die aktuelle Kryonik-Forschung geben, die sich in letzter Zeit hauptsächlich auf die Gewebe- und Zellebene erstreckt hat. Diese Erkenntnisse fließen dann in die Empfehlungen zur Patientenversorgung ein, um klare wissenschaftliche Grundlagen für eine bestmögliche Versorgung zu legen. Aktuell werden aber auch wieder zunehmend Versuche mit lebenden Kleinorganismen durchgeführt, um das Verhalten eines komplexen Gesamtsystems unter kryonischen Bedingungen zu untersuchen. Auf Details kann an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Wer Interesse daran hat, sei angeregt, im Oktober 2014 am 2. Internationalen Symposium der DGAB teilzunehmen, für das wir Aschwin de Wolf aller Voraussicht nach als Sprecher gewinnen werden.

Autor: Frank Seifert

 
Bericht: DGAB besucht englische Kryoniker
Sonntag, 24. November 2013 um 10:12 Uhr

Am letzten September-Wochenende fand in London ein Training der englischen Gruppe Cryonics UK statt. Insgesamt sechs Mitglieder der DGAB waren bei dem Treffen anwesend, um mit den Engländern zu trainieren, zu diskutieren und sich den Stand der Kryonik in England aus nächster Nähe anzusehen.

Cryonics UK ist ein großer, gut organisierter und engagierter Verein, der ein hohes Versorgungsniveau erreicht hat. Neben allen nötigen Geräten und Vorräten (Medikamente, Eisbad, Rollerpumpe und viele, viele weitere) besitzt Cryonics UK auch einen eigenen Rettungswagen für den Einsatz.

Neben theoretischen Übungen und Diskussionen über den Notfalleinsatz haben wir an Übungen u.a. zum Perfusionskreislauf, am Thumper, am Eisbad und zum Medikamentenzugang teilgenommen. Die praktische Erfahrung der Engländer (Cryonics UK hat bereits bei mehreren Kryonik-Fällen die Erstversorgung durchgeführt) ist deutlich spürbar. Insgesamt haben wir viel gelernt und mit nach Hause genommen.

Die beste Neuigkeit gibt es zum Schluss: Cryonics UK ist bereit, anfallende Fälle in Deutschland direkt (mit Personal und Geräten) zu unterstützen. Durch die Kooperation mit den Engländern erhoffen wir, dass schon bald eine Erstversorgung direkt für deutsche Kryoniker angeboten werden kann.

Wir möchten uns ganz herzlich bei Cryonics UK für die freundliche Einladung bedanken und freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit!

Autor: Torsten Nahm

 
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