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Hallo Schatten, vielen Dank für Dein Interesse! Du stellst einige wichtige und nicht ganz einfache Fragen, mal sehen ob ich dem gerecht werden kann. Stichwort: Garagenprojekt Die gesamte Kryonik wird von einer sehr kleinen Anzahl von Idealisten betrieben, die Ressourcen sind in der Tat begrenzt. Organisiert sind sie als Non-Profit-Organisationen (in den USA) bzw. als gemeinnütziger Verein (in Deutschland). Die Technik mag auf den ersten Blick improvisiert aussehen, was sie vermutlich aufgrund der sehr kleinen benötigten Stückzahlen an Geräten auch ist, aber jedes Detail ist durchdacht und wissenschaftlich fundiert (siehe auch den Artikel "Scientific Justification of Cryonics Practice" von Ben Best). Das erklärt auch den angestaubten Charakter der Homepage: derzeit liegt die Priorität der meisten Kryoniker auf der Verbesserung der technischen Protokolle, der Optimierung der Geräte, und - besonders in Deutschland - auf der Einrichtung von Transport-Infrastrukturen in die USA. Stichwort: Hilfsgruppe in Deutschland Willkommen bei der DGAB, hier bist Du schon genau richtig! Unsere Mitglieder waren in den letzten Jahren maßgeblich daran beteiligt, dass mehrere Patienten nach Deanimation in Deutschland oder einem Nachbarland erfolgreich in die USA transportiert werden konnten. Das ist die gute Nachricht - die schlechte: im Moment ist das noch absolut keine Routine, die Arbeit ist auf sehr wenige Hände verteilt. Wenn man sicher gehen möchte, dass man später selbst in den Genuss einer optimalen kryonischen Versorgung kommt, wäre es sinnvoll, den Fortschritt in dieser Richtung tatkräftig zu unterstützen. Stichwort: Wiederbelebung Die Kosten sind dafür da, die kryonische Versorgung und die Langzeitlagerung zu bezahlen, sowie ein gewisses Polster für die Reanimation zu schaffen. Man kann hier viel spekulieren, aber ich gehe erst einmal davon aus, dass Gleichgesinnte das Geld im entscheidenden Moment nicht veruntreuen werden, sondern die Reanimation der frühen Kryoniker durchführen. Vielleicht wird die Kryonik ja sogar einmal zu einer Notfallmedizin, bei der Menschen mit bestimmten Krankheiten oder Verletzungen erst einmal auf Eis gelegt werden? In so einem Fall hätte jeder ein Interesse daran, dass die so verwahrten Menschen wieder reanimiert werden - aber wie gesagt, das ist erst einmal alles Spekulation. Persönlich würde ich mich auf meinen Nachwuchs allerdings nicht verlassen, der kann im Moment der Deanimation sehr hilfreich sein, er kann der ganzen Prozedur aber auch viele juristische Stolpersteine in den Weg legen, wenn er sein Erbe gefährdet sieht - das weiß man vorher wohl nie so genau... Mit dem Vergleich von Alcor und CI möchte ich Dich gerne noch ein paar Tage vertrösten, ich bereite gerade einen Vortrag zu dem Thema vor und denke, dass ich dann nächste Woche an dieser Stelle eine Zusammenfassung der wichtigsten Punke zur Verfügung stellen kann. Viele Grüße
Dirk |