Zukunft erleben.

Jeden Tag sterben Menschen, weil der medizinische Fortschritt für sie zu spät kommt. Viele sterben an Krankheiten, die vielleicht schon in naher Zukunft geheilt werden können. Das Ziel der Biostase ist es, diesen Menschen ein Zeitfenster in die Zukunft zu eröffnen, um ihnen eine Chance auf ein gesundes Leben zu geben. Hierbei wird der Stoffwechsel eines Menschen komplett und möglichst schonend angehalten, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder fortgesetzt zu werden. Das heute am weitesten fortgeschrittene Biostase-Verfahren ist die Kryonik. Hierbei werden die Körperflüssigkeiten durch eine sogenannte Vitrifikationslösung ersetzt. Solch eine Flüssigkeit hat die Eigenschaft erst bei ca. –130 °C zu erstarren, ohne dass Eiskristalle entstehen. Derart behandelte und gekühlte Körper können lange Zeit unverändert aufbewahrt werden. Wird für die Kühlung flüssiger Stickstoff verwendet, ist die Aufbewahrung zudem unabhängig von der Stromversorgung.

Bei der Kühlung im Rahmen der Kryonik werden zunächst Temperaturbereiche durchlaufen, die auch in der zeitgenössischen Medizin eine große Rolle spielen. So lässt sich bei bestimmten Operationen der Herzschlag bis zu eine Stunde anhalten, wenn man auf Temperaturen bis zu 15 °C kühlt. Ähnliche Methoden werden bereits routinemäßig im medizinischen Rettungswesen eingesetzt, denn durch Kühlung benötigen Zellen weniger Sauerstoff und Nährstoffe und produzieren weniger Schadstoffe; die Durchblutung kann vermindert werden. In der Natur ähnelt der Winterschlaf von Säugetieren, bei niedriger Körpertemperatur und seltenem Herzschlag diesen Methoden. Neu ist die sogenannte „Suspended Animation“, wobei durch Sauerstoff-Entzug und gleichzeitige Kühlung auf bis zu 10 °C der Stoffwechsel für Stunden angehalten werden kann. Hierzu laufen bereits medizinische Studien am Menschen – was auch von der Raumfahrt mit Interesse verfolgt wird.

Die DGAB will Wissensvermittlung und Forschung auf diesen Gebieten fördern.

Falls Sie Fragen hierzu haben, die nicht durch unsere FAQs (Kryonik, Verein) und unserem Forum beantwortet werden, können Sie sich gern an unsere wissenschaftlichen Ansprechpartner wenden:

AnsprechpartnerEmailTelefon
Prof. Dr. med. Klaus Sames Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. +49-7307-230084
Prof. Dr. med. Peter Gouras Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. +1-212-305-5688

 

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