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 Subject :Obduktion beantragen?... 08.05.2012 – 07:43 Uhr 
Gast2

Guest

"Kryonik ist nur Geldschneiderei" - so die Hauptargumentation der Leute. Bei dem Aufwand (Lagerung, Transport nach USA, Kühlung) entstehen natürlich Kosten - keine Frage.

Warum nicht im Rahmen einer Obduktion ganz legal das Gehirn entfernen lassen und anschließen vitrifizieren? Eine Obduktion kann der Verstorbene und Angehörige beantragen und laut Bestattungsrichtlinien haben die Angehörigen das recht darauf, was mit den Organen geschieht (selbst nach einer gerichtlichen Obduktion).Einzelne Organe (auch das Gehirn) sind Gewebeproben und fallen nicht unter das Bestattungsgesetz. Einsteins Gehirn wurde auch entfernt und die Angehörigen haben im Nachhinein das Einverständnis gegeben.


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 Subject :Re: Obduktion beantragen?... 08.05.2012 – 12:25 Uhr 
Marcus Beyer

Was mir spontan dagegen einfällt:

  • Eine Obduktion findet meist erst nach Tagen statt, die Kryokonservierung sollte aber so früh wie möglich geschehen. Nicht nur, dass Nervenzellen absterben, auch die Vitrifizierung wird immer schwieriger bis unmöglich, weil die Blutgefäße verstopfen.
  • Die Entnahme bei der Obduktion ist mitunter destruktiv: „Mit dem Skalpell so tief wie möglich das Stammhirn durchtrennen.“ (Quelle)
  • Wenn nur das Gehirn kryokonserviert werden soll, so wird dieses normalerweise dennoch im Kopf belassen, da dieser einen guten Schutz bietet.
  • Nachtrag: Unser Experte fügt hinzu: „Außerdem dürften die Hirngefäße beim Herausnehmen verletzt werden, da sie kurz sind und man ohne Sicht arbeitet. Besser wäre die Kopf-Perfusion über die Collum oder Thoraxgefäße. Diese machen wie immer wieder besprochen nur Neurchirurgen und Herzchirurgen oder Alcor.“

Bei der Aufzählung von kostenintensivem Aufwand möchte ich hinzufügen: Standby, Stabilisierung, Kryokonservierung. Das geht wesentlich über einfache Kühlung hinaus.

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