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 Subject :Kryonik vorantreiben... 02.05.2012 – 23:01 Uhr 
Michael T

Guest

Hallo Kryo-Team Deutschland,

ich bin vor etwa einem Monat auf das Thema Kryonik aufmerksam geworden und war sofort fasziniert, da ich der Meinung bin, dass ich nur zur "falschen" Zeit geboren bin, nämlich in einer Zeit in der man seinen Todeszeitpunkt nicht frei wählen kann, da die Medizin und die Techniken noch unterentwickelt sind. Ich studiere ein wissenschaftliches Fach und bin der festen Überzeugung, dass in der Zukunft nichts unmöglich sein wird. 

Nur bei tieferen Recherchen musste ich ernüchternd feststellen, dass es in Deutschland mit einer adäquaten Versorgung sehr schlecht aussieht. Ziel müssten doch folgende Punkte sein:

1) In plötzlichen Todesfällen die Versorung durch ein Einsatzteam

2) Bei absehbaren Todesfällen die Versorgung durch ein Standby-Team

3) Der Lufttransport in einem dafür geschaffenen Tank mit Stickstoffkühlung

Das sind meiner Ansicht nach keine unlösbaren Probleme. Hilfreich wäre sicherlich eine breitere Akzeptanz in der Bevölkerung, Spenden in größerem Umfang und vor allem der Austausch mit medizinischem Fachpersonal und Technikern. Wie sehen die aktuellen Bemühungen der DGAB e.V. in diesen Punkten aus, wenn die Frage erlaubt ist? Über Finanzierungsmodell wie bei der CosmosDirekt, wo man die Versicherungssumme bei Krankheiten mit tödlichen Verlauf ausgezahlt bekommt, könnte man doch sicher solch einen Service aufbauen, oder?

Beste Grüße,

Michael T.

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 03.05.2012 – 08:27 Uhr 
Marcus Beyer

Die wenigen Ärzte in Deutschland, die sich für Kryonik interessieren, sind wohl bereits DGAB-Mitglieder. Der Anatom Prof. Dr. med. Klaus Sames etwa bietet interessierten Menschen kostenfreie Wochenendkurse zum Thema Kryonik-Erstversorgung an.

Die schlechte Versorgungslage hängt eng mit der geringen Nachfrage zusammen. Unsere Gesellschaft – die DGAB – wirkt dem entgegen, indem sie einerseits direkt die Durchführung von Kryonik unterstützt (etwa indem sie Einsatzteams Geräte zur Verfügung stellt) und andererseits Öffentlichkeitsarbeit (Website, Interviews, usw.) betreibt und die Forschung unterstützt (Veranstaltung von Symposien, Finanzierung von Forschungsvorhaben).

Die Untersützung von Forschung ist auch indirekte Öffentlichkeitsarbeit, da dies hilft die Plausibilität von Kryonik zu demonstrieren oder sogar zu erhöhen.

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 03.05.2012 – 18:08 Uhr 
Daniel

Guest

Hallo Michael,

das Nahziel wäre in der Tat eine deutsche Firma, welche sich um Sofortmaßnahmen und den Stickstofftransport  in die USA kümmert. Diese sollte auch sämtliche Angelegenheiten mit einem amerikanischen Dienstleister (zum Beispiel CI) regeln, da die Situation für kryonikinteressierte in Deutschland in der Tat recht aufwändig ist. Ich finde es wirklich bedauerlich, dass es bis jetzt keine derartig organisierte Firma in Deutschland gibt.

 Viele Grüße

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 03.05.2012 – 18:08 Uhr 
Michael T

Guest

Danke für die schnelle Antwort. Hat Ihr Verein denn eine Art "Fahrplan" für die Zukunft? Z.B. in der Art, dass man bei Alcor anfragt welche Dinge man konkret für einen Standby benötigt und dann einen Zeitplan erstellt wann man welches Ziel erreichen will!?

Ich habe in der Vergangenheit schon größere Veranstaltungen geplant und dort spielte Geld natürlich auch eine große Rolle. Aber auch die Gewinnung von Gästen und von Sponsoren. Dabei habe ich festgestellt, dass man lediglich eine ausreichend Große Menge an Anfragen verschicken muss, um auf die gewünschte Gästezahl zu kommen und vor allem um genug Sponsoren zu gewinnen.

Platt ausgedrückt: Schreibt man von den 400.000 Millionären in Deutschland nur einen Bruchteil an, dann würde sich sicherlich ein gnädiger Spender finden lassen, um die Versorgung hier in Deutschland vorranzutreiben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass keiner aus diesem Personenkreis sein Geld dazu einsetzen möchte, seine Aussicht auf ein Leben in der Zukunft zu verbessern. Gibt es da irgendwelche Initiativen Ihres Vereins oder halten Sie sich eher passiv zurück?

 

Beste Grüße,

Michael T.

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 04.05.2012 – 10:41 Uhr 
Marcus Beyer

Für die Etablierung einer Kryonik-Erstversorgung ist nicht die DGAB, sondern das (zur Zeit einzige) Kryonik-Einsatzteam zuständig. Bitte erkundigen Sie sich ggf. dort nach einem entsprechenden „Fahrplan“.

Zur Finanzierung über Millionäre: Das Anschreiben von 400.000 Millionären kostet grob 400.000 € (für Porto usw.). Wenn ich dieses Geld wirklich zur Verfügung hätte, würde ich es sicherlich nicht für einen Spendenaufruf ausgeben. Würden Sie es tun?
Sorry, ich hatte „nur einen Bruchteil“ überlesen. Dennoch befürchte ich:

Meiner Einschätzung nach ist das Thema Kryonik zu kontrovers um einen höheren Spendenrücklauf zu erzielen als eine Spendenaktion überhaupt kostet. Kryonik ist nicht populär. Sponsoren möchten nicht damit assoziiert werden.

Natürlich könnte man einen Versuch im kleinen Rahmen wagen. Wenn Sie Interesse daran haben, schlage ich vor: Werden Sie DGAB-Mitglied und organisieren Sie einen entsprechenden Spendenaufruf.

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 04.05.2012 – 16:12 Uhr 
Michael T

Guest

Hallo,

 

auf das deutsch Einsatz-Team bin ich auch schon gestoßen. Allerdings erscheint mir schon alleine die Internetpräsenz sehr undurchsichtig. Mit einem besseren Web-Auftritt wäre die Wahrnehmung sicherlich um einiges seriöser. Haben Sie schon Erfahrungen mit dem deutschen Einsatz-Team sammeln können und sind Sie der Ansicht, dass sich dort etwas bewegen könnte? (In Form von Zukunfts naher Erstversorgung)

Die Organisation eines Spendenaufrufs würde ich sehr gerne durchführen. Auch über eine Mitgliedschaft habe ich schon nachgedacht. 

Entschuldigen Sie meine ganze Fragerei, jedoch möchte ich gerne im Vorfeld einer Mitgliedschaft klären, ob ich mich mit dem Verein identifizieren könnte. So wie ich aus den vorran gegangenen Antworten lesen kann nimmt Ihr Verein im Kontext eher eine passive Rolle ein, wenn ich das richtig verstanden habe!? Ich würde mich gerne einer Organisation anschließen, die etwas Druck hinter das Anliegen bringt, die Versorgung in Deutschland und den Transport in die USA sicherzustellen. Dabei sollte diese Organisation stets mit Feingefühl vorgehen und keinesfalls bekehrend auftreten. Zudem würde ich es begrüßen, wenn die Organisation Werbung in eigener Sache betreibt um Mitglieder zu aquirieren. Über das Internet sind hier ja zahlreiche Möglichkeiten gegeben. Versehen mit einem vllt etwas provozierendem Werbeslogen à la "Hast du dich mit dem Tod schon abgefunden" würde man sicher bei so manchem Interesse erzeugen. 

Wäre ich mit meinem Anliegen bei Ihnen gut aufgehoben, bzw. könnte man sich in der Art einbringen? Ich hätte z.B. Kontakt zu Webdesignern und zur Redaktion einer Unizeitung. 

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 05.05.2012 – 09:44 Uhr 
Marcus Beyer

Das Einsatzteam arbeitet intensiv daran die Versorgungslage zu verbessern. Ich empfehle den aktuellen Beitrag im Deutschlandradio anzuhören, um einen kleinen Einblick zu bekommen. Es geht voran. Der Web-Auftritt hat beim Einsatzteam allerdings keine Priorität. Da ergänzen wir uns eher.

Die Rolle der DGAB ist hier eine andere als die des Einsatzteams, aber keine passive. So haben ihre Mitglieder beispielsweise eine fünfstellige Summe aufgebracht, so dass die DGAB damit Kryonik-Ausstattung anschaffen konnte (chirurgische Instrumente, Herz-Lungen-Maschine, usw.). Das kommt der Notfallversorgung zugute. Auch unterhalten wir Kontakte zu ausländischen Kryonik-Organisationen. So waren wir auch vertreten, als Alcors CEO kürzlich zwecks Verbesserung europäischer Notversorgung in England war. 

Ich denke schon, dass Sie mit Ihrem Anliegen bei uns gut aufgehoben sind. Das Problem mit provozierenden Werbeslogans ist allerdings, das sie aufgrund ihrer rhetorischen Natur bereits als bekehrend wahrgenommen werden können. Das ist also womöglich nicht feinfühlig genug. Hier mein Vorschlag für ein Faltblatt.

Kontakte zu Webdesignern und zur Redaktion einer Unizeitung könnten sehr wertvoll sein. Wenn es etwa möglich wäre, obiges Faltblatt kostengünstig einer Unizeitung beizulegen wäre das eine großartige Sache! Webdesigner etwa könnten helfen, das Faltblatt attraktiver zu gestalten. Ich denke da an kleine SVG-Icons zu jedem der Punkte im Faltblatt, um den Text aufzulockern. Vielleicht ein Medizin-Symbol oder ein Notfall-Symbol für Frage 1, einen Eiskristall für Frage 2, usw. SVG skaliert, so dass dies sowohl fürs Web als auch für Print eingesetzt werden könnte. Auch ein Interview mit einer Unizeitung könnte helfen …

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 05.05.2012 – 14:12 Uhr 
Dirk Nemitz

Ich möchte noch einen Punkt ergänzen: die DGAB legt sehr viel Wert auf eine seriöse und wissenschaftlich-medizinisch ausgelegte Herangehensweise an die Kryonik. Informationen unsererseits werden auf der Website, in wissenschaftlichen Symposien, sachlichen Informationsbroschüren, und ernsthaften Interviews verbreitet (siehe "Presse"). De facto ist die Kryonik in den Medien im Vergleich zu der Anzahl der aktiv Interessierten weit überproportional vertreten. 

Der Aufbau von "etwas Druck" und die Verwendung von "provozierenden Werbeslogans" wirkt hingegen schnell eher unseriös. Während ich Ihren Tatendrang begrüße, müsste jedoch jede der vorgeschlagenen Aktionen im Detail auf Vor- und Nachteile sowie eine nachhaltige Finanzierung geprüft werden. Leider hat die Erfahrung gezeigt, dass sich Entwicklungen im Bereich der Kryonik nicht so einfach übers Knie brechen lassen.

Zudem würde mich interessieren, ob Sie die Idee der Kryonik mit den von Ihnen angesprochenen Web-Designern und Unizeitungs-Redakteuren bereits besprochen haben? Oder mit anderen Bekannten? Und wenn ja, wie waren die Reaktionen?

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 05.05.2012 – 16:06 Uhr 
Bernd R.

Guest

Lieber  Michael T.,

ich finde Ihre Begeisterung sehr wohltuend, teile diese mit Ihnen und halte gerade im Hinblick auf das angebrochene NBIC Zeitalter  eine solche Einstellung für zielführend.

Auch aus meiner Sicht sind die von Ihnen benannten – noch nicht gelösten – Fragen zur Kryonik zukünftig  lösbar.

Es ist, wie immer, wenn es um Spitzentechnologien geht, eine Frage der Ressourcen. Je mehr „Material“ und Fachkräfte zur Verfügung stehen, desto schneller werden Ergebnisse vorliegen.

Da Spitzentechnologien enorme Ressourcen benötigen und staatliche Zuwendungen nicht zu erwarten sind, bleibt nur die Möglichkeit die erforderlichen Gelder über private Investoren zu generieren. Damit wird – zumindest anfangs – die angewandte Kryonik nur einer kleineren Gruppe zugänglich sein.

Die in Europa tätigen Kryonik-Vereine leisten eine sehr wertvolle Arbeit. Ich stimme Ihnen zu, dass die Aktivitäten bei weitem nicht ausreichen, eine wahrnehmbare Kryonik zu etablieren.

Ich habe Möglichkeiten und würde mich freuen, den begonnenen Dialog mit Ihnen Herr Beyer und Herr Michael T. weiter zu führen.

Sie können mich unter nachfolgender E-Mail Adresse erreichen: dialog.kryonik2012 at gmx.de

Herzliche Grüße Bernd R.

 

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 Subject :Re: Re: Kryonik vorantreiben... 07.05.2012 – 08:21 Uhr 
Dr. Gunter Boden

Lieber Michael T., werter Gast,

Sie sind einer der Wenigen, die die Kryo-Chance begriffen haben, und damit ein Juwel [Kürzung durch Moderator]. Der Stand ist leider nicht so weit, wie Sie und wir es uns wünschen würden. Um die praktische Absicherung muss sich derzeit jeder selbst kümmern. Dazu können Sie mich gern persönlich kontaktieren unter 

gubolong at arcor.de

Kryo-doc

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 07.05.2012 – 19:18 Uhr 
Daniel

Guest

Aus meiner Sicht sollte man sich vor allem um Aufklärung kümmern um die Kryonik voranzutreiben.  Den meisten Leuten ist es leider nicht bewusst, dass die Aussicht auf ein sehr langes Leben für heute lebende Menschen nicht unrealistisch ist und dass vor allem die Kryonik diese einmalige Chance bietet.

Es wäre doch jammerschade, wenn wir die letzte kurzlebige Generation wären, weil wir uns zu Lebzeiten nicht genug gekümmert haben. 

Wir sollten vor allem rational/wissenschaftlich denkende Leute erreichen. Die Unizeitung ist z.B. ein gut geeignetes Medium. Von einem Machbarkeitsbeweis kann man heute bei der Kryonik natürlich noch nicht sprechen. Dennoch ist die Faktenlage durchaus vielversprechend. Jeder, der sich tiefgründig und kritisch mit der Thematik auseinandersetzt, muss im Endeffekt einsehen, dass nichts gegen die prinzipielle Machbarkeit der Kryonik spricht und eine Wiederbelebung aus der Kryostase mit Hilfe fortschrittlicher Technologie durchaus wahrscheinlich ist.

Vielleicht sollte man eine Aufklärungskampagne über Zeitschriften, Blogs, Werbung etc. initiieren zusammen mit einer umfassenden und gut recherchierten deutschsprachigen Internet-Informationsplattform zum Thema Kryonik, auf die man dann verweist. Diese Seite sollte vor allem wissenschaftliche Fakten präsentieren und durch Quellen belegen, die die Kryonik plausibel machen.

Viele Grüße

Daniel

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 07.05.2012 – 22:46 Uhr 
Michael T

Guest

In der Tat ist eine allzu forsche Vorgehensweise nicht unbedingt förderlich, ein extrem fachliches Vorgehen in weniger beachteten Mediendenke ich leider genau so wenig. Ziel wird es in Deutschland zudem bleiben, den Transport nach Amerika zu optimieren, denn nachdem ich im Internet gelesen habe, dass das Bestattungswesen Landessache ist, habe ich einen Brief an die bayrische Staatsregierung des Inneren geschickt mit der Bitte um Stellungnahme:

 

 Sehr geehrter Herr T,

vielen Dank für Ihre E-Mail vom 02.05.2012. Sie baten darin um Informationen zur Bestattungsart "Kryonik".

Nach Rücksprache mit dem zuständigen Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit (StMUG - http://www.stmug.bayern.de) wurde uns mitgeteilt, dass nach dem bayerischen Bestattungsgesetz die so genannte Kryonik keine zulässige Bestattungsform ist. Bei der Kryonik soll auf Wunsch Verstorbener deren Leichnam in flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius aufbewahrt werden mit der Hoffnung, ihn in wenigen Jahrzehnten wieder zum Leben zu erwecken. Es ist nicht auszuschließen, dass die Kryokonservierung komplexen menschlichen Gewebes zukünftig durch den medizinisch-technischen Fortschritt ermöglicht wird. Bislang liegen allerdings keine wissenschaftlich fundierten Studien an Mensch und Tier vor, die belegen, dass ein langjähriges Einfrieren und anschließendes "Wiederauftauen" von Gewebe schadlos möglich ist.

Die kryonische Aufbewahrung Verstorbener ist keine Bestattung im Sinne des bayerischen Bestattungsrechts. Bestattung ist die mit religiösen oder weltanschaulichen Gebräuchen verbundene endgültige Übergabe des menschlichen Leichnams an die Elemente Erde, Feuer und Wasser. Dagegen sollen bei der kryonischen Aufbewahrung die Verstorbenen in dafür bestimmten Gebäuden mit dem Ziel gelagert werden, sie zu einem späteren Zeitpunkt zu reanimieren.

Die kryonische Aufbewahrung und eine etwaige spätere Reanimation der tiefgeforenen eingelagerten Verstorbenen würden etliche gesellschaftliche, soziale und ethische Fragen aufwerfen. Die nach Jahrzehnten Reanimierten dürften erhebliche Probleme haben, sich unter den dann herrschenden Lebensbedingungen zurechzufinden. Es ist nicht absehbar, ob sie überhaupt von der Gesellschaft akzeptiert würden. Dies hängt von vielen heute noch unbekannten Umständen ab, wie etwa der Anzahl der Bevölkerung auf der Welt oder in dem betreffenden Staat sowie die dann herrschenden Altersstrukturen und sozialen Verhältnisse. Des Weiteren wären bei einer Reanimation auch rechtliche Fragen zu klären, insbesondere die rechtliche Situation der wieder zum Leben Erweckten im Verhältnis zu ihren Erben und Erbeserben.

Solange weder wissenschaftlich die Möglichkeit des langjährigen Einfrierens und des anschließenden schadlosen "Wiederauftauens" menschlichen Gewebes nachgewiesen ist noch die aufgezeigten gesellschaftlichen, sozialen und rechlichen Fragen geklärt sind, besteht seitens der Bayerischen Staatsregierung keine Veranlassung, die kryonische Aufbewahrung von Leichnamen als Ausnahme von der Bestattungspflicht nach dem Bayerischen Bestattungsrecht zuzulassen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihre Servicestelle
der Bayerischen Staatsregierung

 

[Kürzung durch Moderator] ( Sorry für meine allgemein etwas forsche Ausdrucksweise )

Ich sehe in Deutschland also wenig Potential für die Kryonik selbst, lediglich für den Transport.

Gruß, Ihr Michael T 

 

P.S.: In Ihrer Vereinssatzung habe ich gelesen, dass Sie engliche Seiten ins Deutsche übersetzen... Haben Sie die Alcor und CI Verträge schon ins Deutsche übersetzt. Falls nicht muss ich das wohl noch machen. 

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 Subject :Re: Re: Kryonik vorantreiben... 07.05.2012 – 23:12 Uhr 
Marcus Beyer

Das sehe ich nicht so. Das meiste und vordringlichste (Standby, Stabilisierung und Kryokonvervierung), kann voraussichtlich bald in Deutschland geschehen. Einzig für die Lagerung gibt es momentan hierzulande keine Möglichkeit.

Wenn sich einmal Ressourcen für eine Lagerung in Europa auftun würden, so gälte es durch Juristen zu prüfen, welches regionale Gesetz dies implizit zulässt. So haben es die Organisationen in den USA schließlich auch gemacht. Als juristischer Laie Regierungen zu befragen hingegen ist IMO im besten Fall chancenlos, im schlimmsten Fall ein Einreißen von Brücken.

Nein, von Verträgen haben wir leider keine Übersetzung ins Deutsche, so viel ich weiß.

[Michael T 07.05.2012 – 22:46 Uhr]:
Ich sehe in Deutschland also wenig Potential für die Kryonik selbst, lediglich für den Transport.
P.S.: In Ihrer Vereinssatzung habe ich gelesen, dass Sie engliche Seiten ins Deutsche übersetzen... Haben Sie die Alcor und CI Verträge schon ins Deutsche übersetzt. Falls nicht muss ich das wohl noch machen. 

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 08.05.2012 – 17:05 Uhr 
Sascha Meyer

Hallo Zusammen,

nun habe ich mich durch die ganzen "neuen" Einträge gelesen. Ich kann natürlich in allen Punkten zustimmen. Es wäre schön, wenn es eine zentrale Anlaufstelle bzgl. des ganzen Vertragsprozedere geben würde. Bisher muss jeder für sich selber mit einem Kryonikdienstleister in Verbindung treten, die Rahmenbedingungen selber absprechen, Policen übersetzen lassen und sich dann auch selber um den Transport kümmern. 

Vielleicht ergibt sich ja die Chance, für die Zukunft, einen Dienst zu installieren?

Viele Grüße

Sascha

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 09.05.2012 – 13:33 Uhr 
Torsten Nahm

Hallo Sascha,

der Verein erarbeitet aktuell einen Leitfaden zum Thema "Abschluss eines Kryonikvertrages". Anliegen des Leitfadens ist es, Hilfestellungen für den kompletten Ablauf von der Finanzierung bis zum Abschluss eines Vertrags mit einem Kryonikdienstleister zu bieten, wobei insbesondere auf die deutschen Besonderheiten eingegangen wird. Um möglichst aktuell und praxisnah zu sein, wird der Leitfaden parallel zu einem realen Vertragsabschluss erstellt. Er wird voraussichtlich in den nächsten 2 bis 3 Monaten fertiggestellt. Darüber hinaus unterstützt der Verein und insbesondere die Mitglieder des Einsatzteams gerne bei Problemen und Fragen zum Thema Vertragsabschluss!

Eine direkte Dienstleistung, wie von dir angeregt, darf die DGAB als gemeinnütziger Verein allerdings nicht anbieten. Es wäre sicherlich möglich, dass von dritter Seite ein solcher Service gestellt wird. Angesichts der geringen Fallzahlen in Deutschland gilt aber auch hier: Es lohnt sich aktuell für keinen kommerziellen Anbieter, sich um die Kryoniker in Deutschland zu kümmern. Wir müssen das selbst in die Hand nehmen!

Viele Grüße,

Torsten

Quote
 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 09.05.2012 – 13:49 Uhr 
Daniel

Guest

Hallo Torsten,

die Erstellung eines solchen Leitfadens ist genau das Richtige. Ich stehe selber kurz vor dem Abschluss einer Risiko-Lebensversicherung aber bin mir bei den Details noch nicht genau sicher. Die 2-3 Monate kann man ja auch sicher noch warten. Werdet ihr den Leitfaden direkt hier veröffentlichen, sobald er fertig ist oder sollte man in 2-3 Monaten einfach mal nachfragen?

Gruß Daniel

Quote
 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 09.05.2012 – 16:02 Uhr 
Torsten Nahm

Hallo Daniel,

der Leitfaden wird auf jeden Fall direkt an die Mitglieder geschick, sobald er fertig ist! Ob wir ihn auch allgemein zugänglich machen, müssen wir noch entscheiden. Grundsätzlich bin ich für freie Veröffentlichung, aber es hat natürlich auch Vorteile, wenn wir den Mitgliedern, die den Verein ja finanziell unterstützen, auch direkten Mehrwert bieten können.

Viele Grüße,

Torsten

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 09.05.2012 – 20:23 Uhr 
Michael T

Guest

An Herrn Beyer,

Der Flyer ist wirklich sehr gut und informativ. Danach ist man fast ohne weitere Fragen. Was heutzutage leider immer wichtiger wird ist es schnell Interesse zu erzeugen. Dazu könnte man diesen Flyer der inhaltlich sehr gut ist noch um einiges aufarbeiten. Ich werde da mal im Hinterkopf behalten und mich mit meinem Kollegen beratschlafen.

 

An Herrn Nahm, ( und Herrn Sames )

 ich habe mir nun diverse Beiträge im Internetradio angehört und z.B. auf Youtube angesehen. Ich war vor längerer Zeit in einem Debattierkurs für drei Jahre und habe auch an Landesmeisterschaften teilgenommen und betrachte solche Diskussionen immer sehr aufmerksam. Mir fiel eines sehr auf: die Fragen sind immer die selben und sind teils sehr provozierend gestellt, doch da es immer die selben sind, könnte man hier mit einem experten sehr starke antworten erarbeiten. solche coachings nehmen viele persönlichkeiten in der öffentlichkeit wahr, die ebenfalls immer die gleichen fragen gestellt bekommen ( z.b. frau merkel ). ich weiß nicht ob Sie im Verein einen immer gleich Sprecher für Öffentlichkeitsarbeit gewählt haben, dies wäre nämlich im Sinne der Sache sehr hilfreich, da diese Person dann an persönlichkeits Coachings teilnehmen könnte, die nicht allzu viel kosten. 

 

Und noch allgemein:

Ich wäre auch sehr dankbar für einen Leitfaden für den Abschluss eines Vertrags. Ich habe bereits eine LV abgeschlossen, nur ist sehr aufwendig sich erst alle Verträge zu übersetzen, diese dann zu orden und in einen Kontext zu setzen und schließlich den Vertrag zum Abschluss zu bringen. Den Leitfaden an Mitglieder finde ich persönlich sehr gut, denn das wäre das schon die 50€ Beitrag wert.

Zur Sponsorensuche hatte ich mir noch gedacht: Personen und Firmen die aus der Sache Profit schlagen könnten, wären doch sicherlich nicht abgeneigt, diese Art von Dienstleistung vorran zu treiben und zu unterstützen ( Z.B. Linde AG ( Produzent von Stickstoff ) / DHL und Lufthansa ( Luftfrachtunternehmen ) / etc. )

 

Beste Grüße, Michael T

Quote
 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 09.05.2012 – 22:48 Uhr 
Marcus Beyer

Danke für das Feedback zum Flyer! Einen Nachteil sehe ich (wie vermutlich auch Sie) darin, dass er fast ausschließlich aus Text besteht (und daher womöglich nicht schnell genug Interesse erzeugen kann). Daher meine Idee mit den Symbolen. Nachtrag: in der Art vielleicht.

Erfahrungen in einem Debattierclub sind sicherlich vorteilhaft. Einen Pressesprecher haben wir bisher nicht. Diese Aufgabe übernimmt meist der Vorsitzende, sein Stellvertreter oder unser wissenschaftlicher Ansprechpartner. Ein Coaching haben wir bereits in Erwägung gezogen und wird vermutlich auch noch stattfinden.

Huch, wo steht denn etwas von 50 €? Die Mitgliedschaft gibt es schon für 30 €.

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 09.05.2012 – 23:25 Uhr 
Sascha Meyer

 @Thorsten

Hallo Throsten,

vielen Dank für die Info bzgl. des Leitfaden´s. Dieser ist bestimmt sehr nützlich und ich bin schon auf das Ergebnis gespannt.

Bzgl. des Dienstes hab ich gar nicht kommerziell gedacht, eher eine Anlaufstelle zur Vermittlung. Ich z.B. habe das Problem, das ich mein Englisch nicht als verhandlungssicher bzw. mir nicht so sicher bin, dass ich Verträge korrekt in die deutsche oder englische Sprache übersetzen könnte. Vorallem bei Verträgen sollten keine Fehler passieren. Hier könnte dann ein Vermittlungs-"Dienst" einschreiten, der dann die Übersetzungen an günstige Übersetzungsbüro´s weitergeben könnte. Weiterhin müssen eventuelle Absprachen mit Kryonikdienstleistern getroffen werden, auch hierbei könnte ein sog. Vermittlungs-"Dienst" behilflich sein. 

Wie schon geschrieben denke ich hierbei "noch" nicht kommerziell, ich sehe das eher als einen Dienst für die Gemeinschaft.

@Marcus

Wenn du magst, dann kann ich mich ja mal an dem Flyer versuchen. Ich bin zwar kein ausgebildeter Grafiker bzw. Designer, aber in der IT hat man doch immer wieder mal damit zu tun, es sei denn Michael T kenn einen Grafiker/Designer?

Viele Grüße

Sascha

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 10.05.2012 – 08:01 Uhr 
Marcus Beyer

Nun, es muss halt professionell aussehen. So viele Icons in super Qualität herzustellen ist bestimmt eine zeitintensive Herausforderung für jemanden, der so etwas selten macht.

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 11.05.2012 – 00:29 Uhr 
Torsten Nahm

Hallo Sascha,

die Mitglieder des Einsatzteams stehen gerne für eine (nicht-kommerzielle und informelle) Beratung und Unterstützung bei dem Abschluss eines Kryonikvertrages zur Verfügung! Wenn du konkrete Fragen hast, kannst du dich direkt an mich wenden. In begrenztem Rahmen können wir auch zu den Instituten hin vermitteln.

Es wäre natürlich prima, wenn wir auch eine (informelle) deutsche Übersetzung der Verträge mit Alcor und CI hätten, so ähnlich, wie es die Franzosen für Alcor gemacht haben. Gerade bei Alcor ist das aber ein großer Aufwand, da das Vertragswerk sehr umfangreich ist.

Mit Übersetzungsbüros habe ich leider keine Erfahrung. Ich musste damals nur die Vertragsbedingungen meiner Risikolebensversicherung ins Englische übersetzen lassen. Das hatte aber Alcor selbst in Auftrag gegeben und mir dann nur weiterbelastet. Ich war allerdings überrascht, dass es doch ziemlich günstig war, nämlich ca. 160 Dollar für vier engbedruckte Seiten AGB.

Viele Grüße,

Torsten

 

 


[Sascha Meyer 09.05.2012 – 23:25 Uhr]:

 @Thorsten

Hallo Throsten,

vielen Dank für die Info bzgl. des Leitfaden´s. Dieser ist bestimmt sehr nützlich und ich bin schon auf das Ergebnis gespannt.

Bzgl. des Dienstes hab ich gar nicht kommerziell gedacht, eher eine Anlaufstelle zur Vermittlung

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 28.12.2012 – 17:48 Uhr 
bitcoiner

Guest

Schreibt doch einfach die Bankdaten vom Spendenkonto ins Impressum. Es gibt sicher einige Interessierte die spenden würden. Eine Bitcoinadresse wäre natürlich noch einfacher und vor allem für Spender geeignet die anonym bleiben wollen.

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 Subject :Re: Kryonik vorantreiben... 11.01.2013 – 00:55 Uhr 
Torsten Nahm

Hallo Bitcoiner,

vielen Dank für die sehr guten Anregungen!

Wir haben nun eine öffentlich zugängliche Seite mit den Kontodaten eingerichtet. Sie ist über das Impressum verlinkt und auch direkt über das Navigationsmenü rechts unter "Beitrag/Spenden/Konto" zu finden.

Eine Möglichkeit per Bitcoin zu spenden haben wir auch eingeführt, unsere Bitcoin-Adresse ist ebenfalls auf der Seite aufgeführt.

Noch ein Hinweis: Spenden an die DGAB sind gemeinnützig und können von der Steuer abgesetzt werden.

Gerne nehmen wir auch anonyme Spenden entgegen. Allerdings ist zu beachten, dass wir für diese naturgemäß keine Spendenbescheinung ausstellen können.

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