Bericht: DGAB-Treffen in Nürtingen
Sunday, August 17 2014 16:02
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Am 19.07.2014 fand das aktuelle Treffen der Kryoniker im Großraum Stuttgart und Ulm statt. (Siehe auch Berichte vorheriger Treffen: März 2014, Oktober 2013)

Die Gruppe berichtet:

Einführung in die Aktivitäten im Schwabenraum

Ausgangspunkt und Rahmen ist das Ulmer Projekt, in welchem Klaus Sames und Michael Saxer ehrenamtlich beteiligt sind. Die DGAB-Sektion für die Optimierung der Kryopräservierung (S-OK) fördert das Ulmer Projekt. Der S-OK Vorsitzende Dirk Nemitz sowie Klaus Sames sind als Vorstandsmitglieder der S-OK anwesend. Die Sektion hat u.a. die Aufgabe, die verschiedenen Gruppen und Aktivitäten zu bewerten und zu koordinieren.

Michael Saxer ist aktives Mitglied im Ulmer Projekt und beispielsweise in die Herstellung der Vitrifikationslösung VM1 involviert, welche für Versuche oder Kryonik-Notfälle zur Verfügung steht.

Michael Wagner wird mit der zukünftigen Organisation der Schwabentreffen betraut sein, die als Regionaltreffen völlig unabhängig stattfinden, aber über kurze Wege mit dem Ulmer Projekt in Kontakt stehen.

Arbeit mit Thanatopraktikern

Es hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass eine kryonische Erstversorgung am besten mit Thanatopraktikern realisierbar ist. Diese sind in Anatomie, Sektion und Perfusion ausgebildet sowie bestens in nahezu allen nötigen Handgriffen und Techniker der kryonischen Versorgung geschult, und können nach zusätzlicher Kryonik-Schulung durch das Ulmer Projekt insbesondere die Perfusion und Vitrifizierung übernehmen. Der Gastgeber Johan Homburg ist Spitzenfunktionär des deutschen Thanatopraktiker-Verbands und konnte für die Kooperation mit dem Projekt gewonnen werden.

Deutschlandweite kryonische Erstversorgung

Das Ulmer Projekt bleibt die zentrale, gut ausgerüstete Perfusionseinheit. Noch zu klären ist, ob auch alle für die Perfusion benötigten Geräte von den Thanatopraktikern, die eine kryonische Versorgung anbieten, gestellt werden, was nicht sofort notwendig ist. Alternativ könnten diese möglicherweise später auch von der DGAB gestellt werden und die Verfügbarkeit (in kleinerer Stückzahl) zentral verwaltet werden. Langfristig gibt es die Möglichkeiten, den Patienten auf Wassereis zu den lokale Perfusionseinheiten (etwa bei den Thanatopraktikern) zu transportieren, oder eine mobile Perfusionseinheit etwa in einem Krankenwagen (wie in England) zum Patienten kommen zu lassen, was mit einem teuer ausgerüsteten Stand-by-Team, dessen Mitglieder über entsprechend viel Zeit verfügen, durchaus Sinn macht.

Vortrag Johan Homburg

Das langfristige Ziel ist es, einen gleichmäßig hohen Stand aller Abläufe der kryonischen Erstversorgung unter allen beteiligten Thanatologen zu erreichen. Dazu könnten etwa Trainings durchgeführt werden, wobei die DGAB ein entsprechendes Zertifikat ausstellen könnte, welches von der S-OK in den nächsten etwa 18 Monaten mit allen Anforderungen formuliert wird.

Johan informiert über einige organisatorische Formalitäten, die schon bezüglich einer Versorgung in Erfahrung gebracht werden konnten. Es sind Unkostenbeiträge zu verrichten.

Johan Homburg hat ein komplettes und umfangeiches Angebot für Kryoniker zusammengestellt, welches die Erstversorgung, Perfusion sowie sämtliche Transportvorgänge, Formalitäten und den Überflug in die USA mit Transportsarg in Trockeneis enthält.

Perfusionskreislauf

Nach dem Mittagessen stellen Johan und Klaus noch den Perfusionskreislauf vor. Dieser ist im Bestattungshaus Riempp aufgebaut und wird mit zwei Pumpen einer Herz-Lungenmaschine betrieben. Insgesamt besteht das Ulmer Kompetenzteam, welches derzeit die Perfusion beherrscht, aus fünf Leuten (Kardiotechniker oder Perfusionist mit täglicher Übung in Perfusion, drei Balsamierern, die bereits bei der Ausbildung in Amerika an 70 bis 100 Leichen ausgebildet wurden, und einem ärztlich approbierten Anatomen mit jahrelanger Sektionserfahrung). Die Kompetenz dieses Teams ist damit internationale Spitze (nur von Alcor übertroffen). Leider hat es noch zu wenig Einsatzerfahrung, sollte aber imstande sein, Notfälle zu meistern. Der Perfusionskreislauf wurde bereits mit einer Schweinelunge getestet.

Ausblick

Es ist das klare langfristige Ziel, alle Thanatopraktiker im Netzwerk gleichermaßen in den Abläufen und in der Perfusion zu trainieren, um so einen konstanten, hohen Stand zu erreichen. Durch klare, fest trainierte Abläufe kann auf Dauer eine flächendeckend hohe Qualität der kryonischen Versorgung gewärleistet werden. Der DGAB und der Sektion kann dabei die unterstützende Aufgabe zukommen, die Ausrüstung und Standards der Perfusion auf dem neuesten Stand zu halten und eventuell die Perfusionslösung VM1 bereit zu stellen. Langfristig ist aber auch eine Beauftragung eines Labors mit der Herstellung von VM1 zu überlegen. Dies können dann gleich die Balsamierer vorrätig haben und müsste nicht mehr über die DGAB vermittelt werden.

Ein noch ausstehendes Unterfangen ist die Herstellung und Optimierung eines geeigneten Transportbehälters (Sargs) zur Überführung auf Trockeneis. Insbesondere sollte die Isolierung und Haltbarkeit des Trockeneises von 2-3 Tagen getestet werden. Es ist geplant, dies in Kooperation des Ulmer Projektes durchzuführen.

Autoren: Frank Seifert, Michael Wagner

 
Via Medici über Kryonik mit DGAB-Mitglied
Sunday, June 01 2014 08:05
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Bildquelle: Via Medici

In der aktuellen Ausgabe der Medizin-Zeitschrift Via Medici (03/2014 S.8) gibt DGAB-Mitglied Prof. Sames ein Interview über Kryonik. Besprochen werden u.a. biologische Prozesse bei der Kryokonservierung, das technische Vorgehen, aktuelle Herausforderungen und Spekulationen über die künftige Entwicklung der Kryonik.

Online-Version des Interviews

 
Spiegel TV über Kryonik mit DGAB-Mitgliedern
Friday, May 16 2014 16:44
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Bildquelle: Spiegel TV (Einzelbild)

Spiegel TV besucht in einem aktuellen Beitrag über Kryonik zwei DGAB-Mitglieder und das Cryonics Institute in den USA.

Prof. Klaus Sames, Ehrenvorsitzender der DGAB, demonstriert zusammen mit einem Bestattungsunternehmer und eines Kardiotechniker die Instrumente zur Durchführung eines Kryonikfalls. Dirk Nemitz, Sektionsvorsitzender in der DGAB, erklärt die Motivation hinter der Kryonik und seinen Vertrag mit dem amerikanischen Cryonics Institute. Schließlich gibt Andy Zawacky vom Cryonics Institute eine Führung durch die Räume in Michigan, USA.

Der Beitrag auf Spiegel TV

 
Bericht: DGAB-Schwabentreffen
Sunday, March 02 2014 15:27
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Am 01.03.2014 fand das aktuelle Treffen der Kryoniker im Großraum Stuttgart und Ulm statt. Nachdem wir beim vorherigen Treffen einen Balsamierer besucht hatten, kamen wir diesmal im Tagungsraum eines Hotels zusammen.

Prof. Klaus Sames referierte über den aktuellen Stand der Verfahren in der Kryonik und seine eigene Arbeit zur Optimierung der Kryokonservierung. Danach diskutierten wir die Zukunft der praktischen Arbeit in Deutschland.

Torsten Nahm und Kai Rathmann berichteten über das Beispiel des englischen Team Cryonics UK. Im September hatten sechs DGAB-Mitglieder das Training in London besucht, und im Dezember hatte die DGAB die Engländer bei einem akuten Kryonik-Fall unterstützt.

Die übrige Diskussion berührte u.a. den biologischen Prozess des Sterbens und die wichtige Erkenntnis, dass die weit verbreitete Aussage vom Hirntod nach 5 Minuten nicht länger haltbar ist.

Wer sich für die Kryonik-Arbeit der Schwaben interessiert, kann sich unverbindlich bei Prof. Klaus Sames per E-Mail melden: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Autor: Kai Rathmann

 
Symposium 2014
Saturday, March 01 2014 07:53

The German Society for Applied Biostasis (DGAB) organizes its second international scientific conference. The symposium “Applied Cryobiology – Scientific Symposium on Cryonics” will be held on October 4th to 5th in Dresden, Germany.

The DGAB (Deutsche Gesellschaft für Angewandte Biostase e.V.) was established in May 2006. The association promotes research and the application of methods in biostasis, aiming at life extension and in particular at cryonics.

The conference focuses on the scientific fundamentals of cryonics with topics including biostasis and applied cryonics as well as nanotechnology. The purpose of the symposium is to bring together scientists and cryonics professionals as well as the interested general audience in order to promote the scientific foundations of cryonics, to stimulate discussions and improve personal exchange regarding these topics.

Invited speakers include:

Ben Best – Cryonics Institute
Peter Gouras – Columbia University
Aubrey de Grey – SENS Research Foundation
João Pedro de Magalhães – University of Liverpool
Max More – Alcor Life Extension Foundation
Aschwin de Wolf – Advanced Neural Biosciences

The ‘Robert-Ettinger-Medal for outstanding merits in the fields of cryonics’ will be awarded during the conference.

All talks will be held in English. A proceedings volume will be published.


Program of Events

Download the preliminary program of events here.

 

Registration

The conference will be held at the Dorint Hotel Dresden. The conference fee is 80 EUR. It covers admission and coffee breaks on both days. Please register by sending an email to This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. .

Please transfer the registration fee to:

Deutsche Gesellschaft für Angewandte Biostase e.V.
SWIFT-BIC: DRES DE FF 680
IBAN: DE23 6808 0030 0434 6713 00
Bank: Commerzbank Freiburg

Contact email:  This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

 

Hotels

The following are some hotels in the area (location descriptions in German):

Tagungshotel Dorint Dresden
Grunaer Str. 14
Abrufkontingent unter dem Namen "DGAB Symposium"

Maritim Hotel Dresden
ca. 2km vom Tagungsort entfernt

www.cityherberge.de
am Pirnaischen Platz, etwa neben Dorint-Hotel

www.ibis-dresden.de
drei Hotels (Bastei, Lilienstein und Königstein) auf der Prager Staße

www.city-oase-dresden.de
Pension an der Marienbrücke

www.hofgarten1824.de
in der Nähe Königstraße

www.intercityhotel.com
gegenüber Hauptbahnhof

www.kangaroo-stop.de
Hostel am Neustädter Bahnhof

 
DGAB-Mitglied hilft bei britischem Kryonikfall
Sunday, January 19 2014 11:45
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Bildquelle: Cryonics UK (Ausschnitt)

Ende September waren sechs Mitglieder der DGAB in England, um am Training der englischen Gruppe Cryonics UK teilzunehmen (wir berichteten). Bei dem Treffen wurde auch eine Vertiefung der Kooperation zwischen Cryonics UK und der DGAB vereinbart, mit dem Ziel, uns gegenseitig zu unterstützen. Wir hätten kaum damit gerechnet, dass sich so bald eine Gelegenheit ergeben würde, doch schon im Dezember war es soweit: Wir erhielten die Nachricht aus England, dass ein Kryonik-Fall akut eingetreten war und am selben Abend noch der sogenannte Standby starten würde.

Nach kurzfristiger Koordination erklärte sich unser Mitglied Kai Rathmann bereit, nach England zu fliegen, um am Standby teilzunehmen. Keine sechs Stunden später war er bereits auf dem Weg.

Der Fall

Während des Standbys wartete das Team rund um die Uhr in Einsatzbereitschaft auf die Deanimation des Patienten. Im Vorfeld besprach das Team das Vorgehen – rufbereite Ärzte für die Ausstellung des Totenscheins, den Umgang mit Außenstehenden, offizielle Dokumente – und bereitete die Instrumente und Medikamente für den Einsatz vor.

Nach Feststellung der Deanimation schloss das Team den Patienten sofort an eine Herz-Lungen-Maschine an und kühlte ihn mit Eis. Der gerufene Arzt traf wenig später ein und stellte den Totenschein aus. Das Team transportierte den Patienten im Eisbad mit dem teameigenen Krankenwagen in geeignete Räumlichkeiten, wo die Perfusion durchgeführt wurde. Danach wurde der Patient zu CI in die USA transportiert.

Rückblick

Wir sehen es sehr positiv, dass wir unsere Kooperation mit den Engländern so schnell unter Beweis stellen konnten und wir sind überzeugt, dass dieser gemeinsame Einsatz ein sehr gutes Fundament für die weitere Zusammenarbeit legt. Neben der gegenseitigen Unterstützung bei Einsätzen sind für die Zukunft insbesondere weitere gemeinsame Trainings (sowohl in England wie in Deutschland) geplant.

Autor: Torsten Nahm

 
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