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Ruf der Unsterblichkeit

Heute 23:30 Uhr unbedingt im SWR anschauen: Unsterblich sein, ewig leben – ein alter Menschheitstraum. Der Film »Ruf der Unsterblichkeit« von Andreas Schnögl stellt Menschen vor, für die der Tod keine Option ist.

Unter anderem mit unserem Ehrenvorstand Professor Klaus Sames! Die Dokumentation wirkt äußerst vielversprechend und in gewisser Weise „anders“ als die üblichen Reportagen über Kryonik. Einen Vorgeschmack gibt der Trailer

Versuch zur Hirnperfusion

Am 12.11.2014 waren der Vorsitzende der DGAB Michael Wagner und Karen Conrad – welche im medizinischen Bereich arbeitet – als Interessenten und Berater bei einem wissenschaftlichen Versuch zur Hirnperfusion zugegen und konnten Bilder machen. Das Ulmer medizinische Kompetenzteam testete eine auf das Gehirn zentrierte Perfusionsmethode mit auf 0°C gekühlter 75%iger Vitrifikationslösung VM1 am Körper eines vor etwa 24 Stunden Verstorbenen, der sich der medizinischen Wissenschaft vermacht hatte. Solche Versuche sind interessant für die Testung von gerinnungshemmenden Mitteln und des postmortalen Verschlusses von Gefäßen, sowie die Erhaltung von überlebenden Zellen u.a. für die Alzheimer Forschung. Die Perfusion wurde nach medianer Sternotomie sowie Eröffnung und Spreizung des Thorax über eine arterielle Kanüle in der aufsteigenden Aorta und eine venöse Kanüle in der Vena cava superior als extrakorporaler Kreislauf angelegt.

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Thorax und Herzbeutel sind eröffnet. Links (vom Betrachter aus) sieht man das rechte Herzohr gefolgt vom rechten und linken Ventrikel. Nach oben liegt links die Vena cava superior, rechts die Aorta ascendens und ein kleiner Abschnitt der Arteria plumonalis

Die Zentrierung auf das Gehirn wurde durch Unterbindung der Aa. subclaviae beiderseits und Abklemmen der Aorta descendens vorgenommenen. Der Kreislauf wurde von einer Rollerpumpe betrieben. Das System lief regelrecht, jedoch konnte der venöse Rückfluss nur durch einen Wasserstrahl betriebenen Sog erreicht werden.

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Instrumente und Rollerpumpe

Ein Fluss im geschlossenen Kreislauf wurde aufgegeben, da sich so lange nach dem Ableben sehr viele Koagula in der Lösung befanden. Frau Conrad schlug vor, zu versuchen ob Heparin entgegen der Theorie den Abgang der Thromben steigert (es werden immer wieder Erfahrungen in dieser Richtung diskutiert). Es wurden 35000 IE Heparin eingeführt. Es bestand der Eindruck, dass der Rückfluss sich dadurch etwas besserte. Standardisierte weitere Versuche wären wünschenswert um den Einfluss von Heparin zu falsifizieren oder zu verifizieren. Wie zu erwarten trat eine pralle Konsistenz an Gesichtshaut und Hinterkopf auf, welche die selektive Kopf Perfusion bestätigte.

Nach Entfernung der Klemmen und Kanülen wurde der Thorax verdrahtet und Die Hautwunde geschlossen. Der Versuch dauerte 3 Stunden.

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Ein Sog wird auf die venöse Kanüle ausgeübt.

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Der Thorax ist eröffnet und auf gespreizt. Die nach unten (im Bild oben) zeigende venöse Kanüle ist in die Vena cava superior eingebunden, die nach oben gedrehte in die aufsteigende Aorta.

Perfusion

Praktische Übung in Ulm

Am 14.05. übte das Ulmer Projekt die Perfusion einer Schweinelunge im geschlossenen Kreislauf. Der Vorteil der Übung an einer Lunge ist, dass die Blutgefäße sich leicht auffinden lassen.

 

Verlauf und FazitPerfusion

Die Stümpfe der Blutgefäße wurden anatomisch präpariert und Kanülen eingebunden, die jeweils durch Ligaturen befestigt wurden. Der Kreislauf lief regelkonform und es wurde eine Blutsäule in der Vene sichtbar. Die Lunge blähte dann aber und die Perfusion stockte, da sich der Druck für das Niederdrucksystem der Lunge nicht empfindlich genug regeln ließ.

Die großen Bronchien und Gefäße wurden anschließend in der Hauptrichtung eröffnet. Sie zeigten keine Verletzung oder Degeneration.

Der nächste Versuch wird einer besseren Druckregulierung dienen.

Bildinhalt: Die Schweinelunge liegt in einer Eiswanne. Arterie und Vene sind kanüliert. Über einen Trichter wird beim ersten Durchlauf Kryoprotektivum in das venöse Reservoir geführt und von dort über die Pumpe (hinter der Eiswanne sichtbar) in die Arterie. Über die Kanüle in der Vene fließt es in das venöse Reservoir zurück.

 

Autor: Prof. Klaus Sames

Spiegel TV über Kryonik mit DGAB-Mitgliedern

Spiegel TV besucht in einem aktuellen Beitrag über Kryonik zwei DGAB-Mitglieder und das Cryonics Institute in den USA.

Prof. Klaus Sames, Ehrenvorsitzender der DGAB, demonstriert zusammen mit einem Bestattungsunternehmer und eines Kardiotechniker die Instrumente zur Durchführung eines Kryonikfalls. Dirk Nemitz, Sektionsvorsitzender in der DGAB, erklärt die Motivation hinter der Kryonik und seinen Vertrag mit dem amerikanischen Cryonics Institute. Schließlich gibt Andy Zawacky vom Cryonics Institute eine Führung durch die Räume in Michigan, USA.

Der Beitrag auf Spiegel TV

DGAB besucht Balsamierer bei Ulm

Im Rahmen der DGAB sind inzwischen 10 Kryoniker im Großraum Stuttgart und Ulm aktiv. Im Oktober haben wir uns bei einem örtlichen Balsamierer getroffen, um Abläufe zu besprechen und die nächsten Schritte für eine Verbesserung der kryonischen Versorgung zu koordinieren.

Bei einer Führung durch die Räumlichkeiten des Balsamierers wurden uns die vorhandenen Materialien und Geräte erklärt. Dabei wurden die Vorteile einer Zusammenarbeit mit Balsamierern bei der kryonischen Versorgung deutlich: Voll installierte Räume, brauchbare Instrumente und ein komfortabler Arbeitsbereich sind dort standardmäßig vorhanden. Auch die Kenntnisse der Balsamierer können bei der kryonischen Versorgung eine Rolle spielen, die derzeitige Ausbildung umfasst neben dem praktischen Wissen über behördliche Abläufe auch medizinische Kenntnisse (vor allem des Kreislaufs), Kenntnisse der Infusion und Perfusion und einschlägige juristische Kenntnisse.

Prof. Klaus Sames stellte aktuelle und geplante Aktivitäten im Großraum Stuttgart/Ulm vor und berichtete über eine kürzlich durchgeführte realitätsnahe Simulation der kryonischen Suspension. Im Anschluss diskutierten wir Detailfragen, beispielsweise zu den verschiedenen Kryonikanbietern oder Versorgungsoptionen, und beantworteten Fragen neuer Mitglieder. Zu Besuch war auch unser Vorsitzender Tristan Behrens.

Das Team plant für 2014 weitere Schritte zur Sicherstellung der kryonischen Versorgung in Deutschland. Wer die Kryonik in Deutschland praktisch mitgestalten möchte, ist herzlich eingeladen! Das nächste Treffen der Gruppe soll voraussichtlich im Februar 2014 stattfinden.

Autor: Dirk Nemitz